21.06.2017 - 00:50 Uhr
Oberpfalz

… ist das daheim und im Urlaub gleichermaßen problematisch Wenn der Körper verrückt spielt …

Eigentlich meint es unser Körper gut: Eine gefährliche Substanz ist in unseren Organismus gelangt, die körpereigene Abwehr wird hochgefahren, derart auf Höchstleistung getrimmt, dass es sichtbar wird – mit roten Augen, geschwollenen Schleimhäuten, ein Asthmaanfall lässt den Betroffenen nach Luft ringen. Und das alles nur wegen Birkenpollen. Harmlos, doch wer dagegen allergisch ist, erlebt seinen Körper außer Rand und Band. „Im günstigsten Fall wissen Allergiker, auf welche Stoffe sie überreagieren und meiden diese Auslöser. Gefährlich kann es werden, wenn Betroffene erstmals mit einem vermeintlich harmlosen Stoff in Berührung kommen oder unwissentlich eine Allergie entwickelt haben. Bei einer Wespen- oder Bienenallergie kann der Körper von Asthma bis zum tödlichen Herzkreislauf-Stillstand reagieren“, so Dr. med. Klaus Ebenburger. Der Amberger Reisemediziner weiß um die Gefahren von Allergien daheim und im Urlaub – und kennt wirksame Behandlungsstrategien.

dr. med. Klaus Ebenburger, Impfexperte aus Amberg
von Gesund & VitalProfil

Eine Allergie ist tückisch: Wer heute genüsslich in eine Paprika beißt, kann morgen damit schon eine allergische Reaktion in seinem Körper auslösen. „Allergien entwickeln sich, wer öfters mit einer bestimmten Substanz in Berührung kommt und eine entsprechende genetische Disposition vorliegt, kann mit der Zeit eine Allergie aufbauen.“ Von Paprika fernhalten ist eine vergleichsweise einfache Schutzmaßnahme im Vergleich zu einer Allergie gegen Pollen, die ganzjährig von Bäumen abgesondert werden. Zwar gebe es Präparate wie Nasenspray und Augentropfen, um Symptome zu lindern, einer schwerwiegenden Allergie sei damit jedoch nicht beizukommen, sagt Dr. med. Klaus Ebenburger und nennt zwei effektive Therapieformen: Hyposensibilisierung und Akupunktur.

Die Hyposensibilisierung führt den Körper schrittweise an das Allergen heran, versucht, den Organismus an die Substanz zu gewöhnen, sodass bei Kontakt das Abwehrsystem nicht in Alarm versetzt wird. „Das Allergen kann dem Körper über Spritzen oder Tropfen zum Einnehmen zugeführt werden. Dafür müssen die Allergene jedoch eindeutig identifiziert sein, zudem dürfen es maximal vier Substanzen sein.“ Mit wenigen Verabreichungen ist es nicht getan, ein bis zwei Jahre kann es dauern, bis die Allergiestufe des Betroffenen soweit heruntergefahren ist, dass eine geringere Allergieanfälligkeit vorliegt.

Ein anderer Ansatz liegt der Akupunktur zugrunde. „Hier geht es darum, die allergische Gesamtdisposition des Menschen herunterzufahren. Ziel ist, die Immunkapazität zu erhöhen, den Immunstatus zu verbessern. Denn die Philosophie der Traditionellen Chinesischen Medizin lautet: Je besser der Immunstatus, desto weniger ist der Mensch gefährdet, krank zu werden.“ Krank im Sinne der TCM werde derjenige, dessen Mitte geschwächt sei. „Mit der Akupunktur wird nicht die Allergie behandelt, sondern der Immunstatus.“

Wespen, Pollen & Co. gibt es auch im Ausland, Reisemediziner Dr. med. Klaus Ebenburger rät allen Allergikern: Medikamente nicht im Koffer transportieren, sondern bei sich tragen, zudem Bescheinigungen mit sich führen, in denen hervorgeht, dass man bestimmte Medikamente braucht – und seinen Impfstatus überprüfen, denn: „Genauso wichtig wie die Bekämpfung eventueller Probleme durch Allergien, ist der Schutz vor Gefahren wie Malaria, Gelbfieber und Tollwut.“

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