Jüdische Gemeinde feiert Chanukka
Licht erinnert an ein Wunder

Süßes zum Lichterfest: Traditionell wird zu Chanukka gegessen, was in Öl gebacken wurde, zum Beispiel Krapfen. Bilder: Hartl (3)


Licht für die Welt"Ich will ein Licht für die Welt sein", sagte Ruth Dray, ältestes der drei Kinder von Rabbiner Elias Dray. Das Mädchen hatte im November in Berlin seine Bat Mitzwa, beim Chanukka-Fest der israelischen Kultusgemeinde wurde das Ereignis (Eintritt der religiösen Mündigkeit) nochmals ein bisschen gefeiert. "Wir alle sind auf die Welt gekommen, um Licht zu sein", sagte Ruth Dray. In jeder Generation habe Gott die Juden errettet, erklärte sie und mahnte in ihrer kleinen Ansprache: "Wir dürfen auch in schwierigen Zeiten nicht aufgeben." Dann wünschte sie allen ein fröhliches Chanukka-Fest.

Dies tat auch Ignaz Berger, Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde. Er erinnerte daran, dass der erste Abend von Chanukka, dem achttägigen jüdischen Lichterfest, heuer auf den Heiligen Abend fiel. "Weihnachten und Chanukka, man kann gar nicht genug Feste feiern", betonte er. Wichtig sei, dass die Menschen zusammenkommen. Gerade in einer Zeit, in der Extremisten Anschläge verüben, sei es wichtig, dass alle zusammenstünden: Christen, Juden, Muslime. (san)

Die erste Kerze am Chanukka-Leuchter entzündeten sie am Heiligen Abend daheim, die zweite dann am 25. Dezember in der Synagoge. Juden in aller Welt feiern momentan ihr achttägige Lichterfest. Heuer ist es etwas besonders, sein Beginn fiel auf Heiligabend - quasi ein Weihnukka.

Am zweiten Tag des Lichterfestes hatte die israelitische Kultusgemeinde ihre Mitglieder und auch Gäste zur Chanukka-Feier eingeladen. Sie begann mit einem Gebet in der Synagoge. Dort durften die Kinder dann auch das zweite Licht entzünden. Juden in aller Welt entfachen allabendlich eine weitere Kerze am achtarmigen Leuchter - bis schließlich alle Lichter brennen.

In der Synagoge erinnerte Rabbiner Elias Dray an das Wunder von Chanukka: Nach dem Ende der griechischen Besatzung wurde 164 vor Christus der Tempel in Jerusalem wieder eingeweiht. Doch nur noch ein kleiner Teil geweihten Öls war vorhanden, dabei durfte das Licht der Menora, ein siebenarmiger Leuchter, niemals erlöschen. Wie durch ein Wunder reichte das Öl solange, dass das Licht der Menora acht Tage brannte. Und in dieser Zeit konnte neues Öl hergestellt werden. Nach dem Gebet gingen die Menschen in den Gemeindesaal, dort gab es Krapfen (an Chanukka werden in Öl gebackene Speisen gegessen) und auch Kürbissuppe. Eine Band war aus Berlin angereist, beim traditionellen "Maos Zur" ("Mein Fels", "Meine Rettung") sagen auch die Kinder und Rabbiner Elias Dray mit. Die Mädchen und Buben freuten sich über ihr Chanukka-Geld, denn auch das gehört zum Lichterfest: Geschenke für die Kinder.
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