Kanalarbeiten an Bayreuther Straße verzögern sich
Baustelle "eine Katastrophe"

Der wegen Kanalarbeiten gesperrte Abschnitt soll nach Angaben der Stadt Ende nächster Woche wieder für den Verkehr freigegeben werden.
 
Endspurt auf der Baustelle: Die Kanalarbeiten in der Bayreuther Straße sind fast abgeschlossen. Bilder: Steinbacher (2)

Die Bayreuther Straße wird Ende nächster Woche für den Verkehr wieder freigegeben. Ursprünglich wäre es Ende August so weit gewesen. Doch die Maßnahme verzögerte sich. Leidtragende waren vor allem die Anwohner und Ladenbesitzer.

Fünf Monate Sperrung der Verkehrsader in Ammersricht, davon den Großteil komplett. Seit einigen Wochen ist zumindest eine Spur befahrbar. Ende nächster Woche wird die Straße dann wieder komplett für den Verkehr freigegeben. Konkret nannte die städtische Pressestelle auf Nachfrage den 22. September. In dieser Woche müsse noch asphaltiert werden, hieß es zum Zeitplan. Danach werde der Kanal mit einer Kamera befahren. Dies diene unter anderem dazu, um die Dichtigkeit zu prüfen. Auch für die Verzögerung der Maßnahme gibt es nach Angaben der Stadt einen Grund: "Gas- und Wasserleitungen mussten umgelegt werden." Dies sei ursprünglich nicht vorgesehen gewesen, aber aufgrund der Arbeiten notwendig geworden. Außerdem habe es Anfang August Tage mit Starkregen gegeben, an denen nicht gearbeitet werden konnte.

"Gelinde gesagt ist es eine Katastrophe!", beschwert sich Edith Schlaffer, Inhaberin der Bäckerei Schlaffer an der Bayreuther Straße. Ihr Geschäft musste in den vergangenen Monaten herbe Verluste verzeichnen. Nicht nur der Umsatz sank "gewaltig ab", auch die Laufkundschaft blieb fern. Schuld daran sei die unübersichtliche Verkehrslage durch unzureichende oder missverständliche Beschilderung. Dies schrecke die meisten Kunden ab, so dass sie die Bäckerei mieden. Dass die Baustelle notwendig ist, sieht Schlaffer ein. Wünschenswert wäre aber eine bessere Aufklärung vonseiten der Stadt Amberg gewesen. Ihr Nachbar Manfred Schubert hat sich schon eher mit der momentanen Situation abgefunden. "Man muss halt damit zurechtkommen." Dennoch sieht der 78-Jährige die Baustelle als enorme Einschränkung der Lebensqualität.

Guido Frank, Inhaber von Automobile Frank, hat nach eigener Einschätzung bis zu 70 Prozent weniger Laufkundschaft. Viele auswärtige Kunden hätten Probleme, sein Geschäftsgrundstück zu erreichen. Erst seit zwei Wochen sei die Lage etwas besser. Mit der Öffnung einer der beiden Spuren in Richtung Amberg kamen aber weitere Verwirrungen zustande. "Häufig sind es Amerikaner, die abends entgegen der Einbahnstraße fahren." Den Grund dafür sieht der 50-Jährige in der schlechten Beschilderung der Umleitung. Im Gegensatz zu seiner Leidensgenossin Angelika Lauterbach, Geschäftsführerin des Edeka-Marktes in Neumühle, findet er, dass die Bauarbeiten so zügig wie möglich umgesetzt werden. Lauterbach kritisiert hingegen: "Es geht nichts voran." Für sie ist es unverständlich, dass die Stadt mehrwöchigen Urlaub der Bauarbeiter genehmigt, da diese Baustelle "Existenzen gefährdet". Ihren Umsatzverlust beschreibt sie als "gewaltig". Neben den Ärger stellt sich die Hoffnung, dass es bald überstanden sein wird. Am Freitag, 22. September, wird dies nach Angaben der Stadt der Fall sein.

Firmen informiertDem Vorwurf, die Stadt habe die Geschäfte und Firmen nicht über die Verzögerung der Maßnahme informiert, tritt Thomas Graml von der städtischen Pressestelle entgegen. Die Baufirma hatte seinen Worten nach den Auftrag, die Geschäftsinhaber und Firmen zu informieren. "Die Baufirma hat bestätigt, dass sie dies getan hat", erklärte Graml. (san)
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Alexander Hayo aus Amberg in der Oberpfalz | 16.09.2017 | 22:41  
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