21.02.2018 - 16:20 Uhr

Kinderfilmfestival Oberpfalz am 11. März in Amberg Eins, zwei, drei - Action!

Wie kommen die Menschen in den Fernseher rein? "Durch ein Kabel und die Kamera", lautet die Antwort der Kindergartenkinder von Siekids Amberg. Dass sie nicht nur theoretisches Verständnis vom Filmemachen haben, zeigen sie beim Kinderfilmfestival Oberpfalz am Sonntag, 11. März, im Ring-Theater.

Nicht immer sind sich alle einig, das ist ganz normal. Doch das Diskutieren stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder und sie lernen ihre Meinung auszudrücken. (von links) Die Schauspielerinnen, die Kinderhaus Mitarbeiterinnen Nadja Hönning, Michaela Greger und Leiterin Brigitte Netta, Tontechniker Vincent, Alexandra Lins (Medienfachberatung für den Bezirk Oberpfalz) und Kameramann Felix. Bild: Huber
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Etwa 20 von ihnen arbeiten an einem Filmprojekt für das Finale. Da sie die Kleinsten sind und als Amberger Gruppe schon fast Heimvorteil haben, eröffnet ihr Film über den "Schnurlibamburli" das Filmfest. Die Besonderheit: Der etwa achtminütige Streifen stammt weitestgehend alleine von den Jungen und Mädchen. Alexandra Lins, Medienpädagogin und Medienfachberaterin für den Bezirk Oberpfalz, will den Mädchen und Buben eine ganz bestimmte Ansicht vermitteln: "Film ist etwas Gemachtes und nicht echt. Da gibt es auch Schauspieler, die bezahlt werden, und Techniker, die den Film drehen und schneiden. Das funktioniert am besten, in dem sie selbst einen Film drehen."

Die Geschichtenerfinder haben sich das Drehbuch ausgedacht, die Techniker filmen und regeln den Ton und die Schauspieler agieren vor der Kamera. Im Vorfeld zu den Dreharbeiten bastelten die Requisitenkinder noch fleißig an der Hauptfigur Schnurlibamburli, einer Art Kobold aus Pappe. "Der macht immer nur Schmarrn und lässt Sachen verschwinden", verrät Vincent (5), einer der Geschichtenerfinder. Inspiration für das Drehbuch bekamen die Kinder aus dem Alltag, als ein Puzzleteil spurlos verschwunden und bis heute nicht mehr aufgetaucht ist.

Das Team hat auch einen Schlachtruf: "Eins, zwei , drei - Action!" Wenn dieser ertönt,müssen alle ihre Rolle spielen, da darf dann nicht mehr rumgeblödelt oder weggerannt werden. Es ist schon erstaunlich, wie Felix mit seinen sechs Jahren selbstbewusst die Kamera einstellt und dann den roten "REC"-Knopf drückt. Vincent hält das Mikrofon und trägt dazu Kopfhörer. Alles wie beim echten Film eben.

Nach einem zweistündigen Drehtag, wie es ihn etwa alle zwei Wochen gibt, sind die Kinder aber auch geschafft. "Anstrengend" sei die Schauspielerei, aber es mache auch Spaß, erzählen die Mädchen, die vor der Kamera stehen. "Die Kinder wachsen in den Projekten", betont Brigitte Netta, Leiterin des Kinderhauses. Neben dem Verständnis für das Medium Film steht außerdem die Förderung der Teamarbeit ganz oben. "Einen Film ganz alleine zu drehen, ist fast unmöglich. Das kann man nur zusammen schaffen", sagte Alexandra Lins am Mittwoch.

Wer wissen möchte, ob die Kinder den Schnurlibamburli mit einer Schokoladen-Falle fangen können und welche Einfälle die anderen Gruppen aus der Oberpfalz haben, kann am Sonntag, 11. März, ab 11 Uhr im Ring-Theater vorbeischauen. Der Eintritt ist frei. In der Pause zwischen 12.30 Uhr und 14.30 Uhr gibt es Workshops rund ums Thema Film, wie zum Beispiel eine Stunt-Schule oder Trickfilme machen.

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