Kindertag auf dem Mariahilfberg
Glaube, Liebe, Hoffnung

Auf den Steintreppen vor der Mariahilfbergkirche, aber auch auf den Bänken unterhalb des Weges saßen am Montagnachmittag die Familien mit ihrem Nachwuchs beim Kindergottesdienst. Bilder: Wolfgang Steinbacher (4)
 
Stärkung vor dem Kindergottesdienst: Barbara (rechts), Annika (links) und Monika (hinten) mit ihren Kindern.

Gott kann man nicht sehen. Trotzdem ist er da. "Er ist immer unter uns": Diese Botschaft erfuhren die Kinder am Montag auf dem Mariahilfberg.

Zahlreich waren sie mit ihren Eltern oder Großeltern zu "ihrer" Messe auf den Berg gekommen. Sie saßen auf den Stufen, die zur Kirche hinauf führen, aber auch auf den Bänken unterhalb des Weges. Kindgerecht gestalteten Kaplan Adam Karolczek und Religionspädagoge Carsten-Armin Jakimowicz von der Pfarrei Heilige Familie den Gottesdienst. Zu Beginn sangen alle ein Marienlied.

"Auch wenn wir Gott nicht sehen können, dürfen wir darauf vertrauen, dass er immer unter uns ist", sagte der Religionspädagoge. Manchmal sei es aber gar nicht so leicht, an Gott zu glauben. Die Kinder hörten eine Geschichte von Jesus und seinen Wundern. Auch das sei immer angezweifelt worden. "Wir glauben nur das, was wir hören, sehen und beweisen können", sagte der Kaplan. Vieles, was man nicht hören und sehen könne, sei trotzdem wahr.

Jeder Mensch, ob jung oder alt, habe auch Zweifel. Vor allem, wenn etwas Trauriges passiert sei, falle es schwer, an Gott zu glauben. Kaplan Adam Karolczek stellte den Kindern drei göttliche Tugenden vor: Glaube, Liebe, Hoffnung. "Das sind drei Geschenke von Gott für unser Leben. Sie können uns helfen." Drei Kinder traten vor und zeigten die entsprechenden Symbole dafür: das Kreuz für den Glauben, das Herz für die Liebe und den Anker für die Hoffnung. "Gott will immer für uns da sein", fuhr Karolczek fort. "Das macht uns Mut." Habe man dann noch einen richtig guten Freund zur Seite, "der uns nicht allein lässt, dann ist auch das ein Geschenk Gottes".

Gottesdienst und Hirsch-Bratwürste

Amberg. (san) Eigentlich wäre am Montagnachmittag Schwimmtraining. Doch das fällt wegen des Bergfestes ins Wasser. Deshalb sitzen drei Mütter und acht Kinder bei schönstem Sonnenschein kurz vor Beginn des Kindergottesdienstes bei Bratwürsten im Zelt: Barbara mit Thomas (7), Alexander (4) und Julian (8 Monate), Monika mit Barbara (7) und Paula (4) und Annika mit Johan (7), Frida (6) und Anton (4). Hochgefahren sind sie mit dem Bus, runter vom Berg wollen sie aber zu Fuß. Das haben sich die drei Mütter fest vorgenommen. Und die Mädchen und Buben auch.

Die Kinder haben schon gegessen: Bratwurstsemmeln, Kraut, Spitzel, Käse und Brezen. Monika holt noch schnell Nachschub. Gut gestärkt geht es dann zum Kindergottesdienst. Deshalb sind die Mütter mit ihren Kindern nämlich hier. "Die Gottesdienste gehören sich dazu zum Bergfest", sagt Annika. Einmal müsse man in der Festwoche auf den Berg. "Der Kindertag ist bei uns gesetzt." Jonas, mit seinen acht Monaten der Kleinste, ist quietschvergnügt. Es ist sein erstes Bergfest. Obwohl: Vergangenes Jahr war er auch schon dabei, allerdings noch in Mamas Bauch. "Damals hat er Fisch mitessen müssen", sagt seine Mutter Barbara lachend.

Für Monika, eine gebürtige Ambergerin, ist das Bergfest das schönste Fest im Sommer. "Da bin ich schon als Kind gerne hoch." Die Bergfest-Sonntage sind Pflicht. Die Familie geht zum Gottesdienst um 10 Uhr und bleibt zum Mittagessen.

Für Monika sind die Bratwürste der Metzgerei Hirsch aus Amberg die besten auf dem Berg. Gebraten werden sie allerdings nur noch auf dem heiligen Berg der Amberger. Die zweifache Mutter kennt noch das ehemalige Hirsch-Geschäft in der Badgasse. "Da bin ich schon als Kind zum Einkaufen hin." Die Teller sind leer, Limo und Apfelschorle fast ausgetrunken.

Langsam wird es Zeit für den Gottesdienst. Den nämlich wollen weder die Mütter noch die Kinder verpassen.

Beistand für daheim

Rosenkränze, Schutzengelchen und Christopherus-Anhänger: Am Devotionalien-Stand schlendern die Bergfestgänger nicht nur vorbei, sondern kaufen durchaus fleißig. Stand-Betreiberin Christine Gebhard ist sehr zufrieden. "Besonders gerne werden Gewitterkerzen gekauft", sagt sie. Aber auch die Postkarten mit dem Mariahilfberg als Motiv kommen gut an. "Bewusst werden auch Schutzengel-Ketten für Kinder gekauft", erzählt sie.

Nicht nur ältere Menschen sind es, die sich für Devotionalien entscheiden. Auch ganz junge Leute tun dies. Da kommt durchaus auch ein 14-Jähriges Mädchen an den Stand, um einen Rosenkranz zu erwerben.

Durchaus durstig

Berg-Wirt Josef Hirsch macht ein zufriedenes Gesicht. Das Bergfest ist gut angelaufen, dem Bier sind die Besucher nicht abgeneigt. Der Konsum pro Tag: circa zehn bis zwölf Hektoliter. "Sehr gefragt ist die Radler-Maß", sagt Hirsch. Aber auch Anti-Alkoholisches geht gut, viel Mineralwasser, aber auch einiges an Spezi. Der wechselhafte Samstag lief aus Hirschs Sicht ganz gut. Den kurzzeitigen Regenschauern trotzten die Leute unter den Schirmen. Josef Hirsch kennt ganz anderes Wetter: "Es gab schon Bergfeste, da waren wir im Lodenmantel oder in der Daunenjacke oben."

Programm

Heute auf dem Berg

Auf dem Mariahilfberg ist heute folgendes kirchliches Programm: Messen um 6 Uhr, 7 Uhr, 8.30 Uhr, 10 Uhr und 11 Uhr. Um 15 Uhr beginnt der Gottesdienst, der insbesondere für die Senioren aus dem Stadtbereich von Amberg gedacht ist. Um 19.30 Uhr beginnt die Andacht der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit. Predigen wird P. Lukas Temme. (san)
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