13.02.2017 - 14:46 Uhr
Oberpfalz

Klinikum Amberg überregional abgemeldet: Voll bis unter das Dach

Über mangelnde Auslastung braucht sich das Klinikum St. Marien nicht zu beklagen. In den vergangenen Tagen war das Krankenhaus so voll, dass es keine Patienten mehr aus Nachbarlandkreisen aufnahm.

Hochbetrieb in der Notaufnahme: Das Amberger Klinikum ist nahezu voll belegt. Bild: Hartl
von Uli Piehler Kontakt Profil

"Wir hatten uns überregional abgemeldet", bestätigte Klinikumsvorstand Manfred Wendl am Montag. Im Klartext heißt das, dass das Krankenhaus in der vergangenen Woche die Rettungsleitstelle über das Erreichen der Kapazitätsgrenze informiert hat. In einem solchen Fall werden zwar noch Patienten aus der Stadt Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach aufgenommen - nicht aber Verletzte oder Erkrankte aus den umliegenden Gebieten. Grund ist die Grippewelle, die heuer überdurchschnittlich viele Menschen so beeinträchtigt, dass sie stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen.

"Die Situation kann sich stündlich ändern", erläuterte Wendl. St. Marien hält 568 Betten vor. Eine kritische Marke hat die Patientenzahl erstmals am Mittwoch erreicht, so dass sich das Klinikum zunächst für infektiöse Patienten abmeldete. Donnerstag und Freitag betraf der überregionale Zugangsstopp dann alle, während am Samstag wieder genug Platz war, um der Leitstelle volle Aufnahmebereitschaft zu signalisieren. Am Sonntag wuchs die Patientenzahl bis Mittag wieder derart an, dass sich das Klinikum für Infektiöse erneut abmeldete. Am Montag hatte sich die Lage dann wieder entspannt.

"Solche Engpässe kommen eigentlich nur bei starken Grippewellen vor", sagt Wendl. "Oder bei Großlagen." Bei schweren Unfällen etwa, nach denen eine ganze Reihe von Schwerstverletzten gleichzeitig versorgt werden müssten. Der Leiter der Zentralen Notaufnahme, Marc Bigalke, hat die Aufgabe, das Patientenaufkommen im Blick zu behalten und zu reagieren, wenn die Auslastung den "roten Bereich" erreicht. Bigalke trifft dann mit der Pflegedienstleitung und dem Ärztlichen Direktor die Entscheidung, ob sich das Klinikum überregional abmeldet.

Solche Engpässe kommen eigentlich nur bei starken Grippewellen vor.Klinikumsvorstand Manfred Wendl
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