13.07.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Klinikum startet mit Integrativer Onkologie Krebs: Nicht nur Schulmedizin

Bewegung, Entspannung und eine ausgewogene Ernährung sind wichtige Faktoren für ein gesundes Leben. Noch wichtiger werden sie bei einer existenziellen Krise, wie sie durch eine Krebserkrankung ausgelöst werden kann.

"So wollen wir ein breites Angebot schaffen, das auch Männer anspricht, die bislang eher zurückhaltend waren." Zitat: Harald Hollnberger, Ärztlicher Direktor des Klinikums und Administrativer Leiter des Onkologischen Zentrums
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Amberg. (tk) Genau an dieser Stelle setzt das neue Projekt Integrative Onkologie am Klinikum an: Es verbindet Schulmedizin und komplementäre Heilverfahren. Gesponsert wird das Projekt vom Förderverein Frauengesundheit Oberpfalz (FFGO). Welche konkreten Angebote es bereits gibt und welche in naher Zukunft etabliert werden - das erfuhren Interessierte jetzt bei der Projektvorstellung im Patientengarten.

"So wollen wir ein breites Angebot schaffen, das auch Männer anspricht, die bislang eher zurückhaltend waren", wird Harald Hollnberger, Ärztlicher Direktor des Klinikums und Administrativer Leiter des Onkologischen Zentrums, zitiert.

Lebensqualität steigern

Tobias Härtl ist einer von zwei Physiotherapeuten, die vor kurzem ihre Zusatzausbildung an der Sport-Universität Köln abgeschlossen haben. Er wird gemeinsam mit seinem Kollegen Martin Weinfurter Kurse für onkologische Bewegungs- und Trainingstherapie geben: Das zwölfwöchige Programm aus Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination hat zum Ziel, die Lebensqualität der Patienten zu steigern und Therapie-bedingte Beschwerden zu lindern. Unterstützung erhält das Klinikum dabei vom Sportpark Amberg, der die kostenlose Nutzung von Geräten und Räumlichkeiten zumindest für die nächsten Monate angeboten hat.

"Die Angebote, die wir dafür zusammengestellt haben, ergänzen und unterstützen immer die Schulmedizin", sagt Hollnberger. Dazu zählt beispielsweise der Psychoonkologische Dienst von Johanna Stöcklmeier und Carla Breitwieser. Die beiden geben therapeutischen Beistand, bieten Gespräche in akuten Situationen an und versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden. Einen anderen Ansatz verfolgt das Offene Atelier von Kunsttherapeutin Michaela Peter. Sie ermutigt ihre Teilnehmer dazu, ihre aktuellen Bedürfnisse wahrzunehmen und durch Kunst auszudrücken.

Bei Doris Kastner geht es ebenfalls darum, Entspannung zu finden und seine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. Die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin arbeitet an der Schmerztagesklinik im Klinikum mit den Schwerpunkten Stressmanagement und Entspannung. Zudem wird es auch ein spezielles Angebot rund ums Thema Ernährung geben, da die Krebstherapie manchmal von einem veränderten Geschmackssinn, Übelkeit und Appetitlosigkeit begleitet wird.

Vortrag im September

Neben Workshops haben Betroffene außerdem die Möglichkeit, sich auf unterschiedlichen Vorträgen im Klinikum zu informieren: Im Herbst geht die Vortragsreihe Integrative Onkologie" weiter. Dann informiert Florian Wiedemann zum Thema "Mehr innere Stärke durch Achtsamkeit". Der Experte für Stressbewältigung und Gesundheitscoach ist am Mittwoch, 13. September, im Speisesaal zu hören. Los geht es um 18 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

So wollen wir ein breites Angebot schaffen, das auch Männer anspricht, die bislang eher zurückhaltend waren.Harald Hollnberger, Ärztlicher Direktor des Klinikums und Administrativer Leiter des Onkologischen Zentrums

Integrative Onkologie

Die Integrative Onkologie soll Patienten laut einer Pressemitteilung aus St. Marien dabei unterstützen, selbst aktiv im Kampf gegen Krebs zu werden. Wie genau, das kann jeder für sich selbst entscheiden. Denn das Angebot ruht auf vier Säulen: Bewegung, Ernährung und Entspannung und in einem weiteren Schritt naturheilkundliche Verfahren. Einige Zusatzleistungen wie Schminkkurse oder die Kunsttherapie im Offenen Atelier gibt es bereits seit Jahren dank der Unterstützung des FFGO. Denn Krankenkassen zahlen diese Zusatzleistungen bisher nicht. Andere wie die onkologische Bewegungs- und Sporttherapie oder spezielle Kurse zur richtigen Ernährung werden jetzt unter dem Dach einer eigenen Integrativen Onkologie neu etabliert.

Kassen zahlen nicht

Da das Projekt nicht von Krankenkassen unterstützt wird, sondern sich aus Spenden des Fördervereins Frauengesundheit finanziert, sucht das Klinikum nach Unterstützern, die dieses Projekt mitfinanzieren. Steuerlich absetzbare Spenden nimmt der FFGO entgegen. Iban: DE56 752 500 00 0200 370 930 bei der Sparkasse Amberg-Sulzbach. (tk)

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