Kolumne: OTon
Was ich von MacGyver und Barbara Salesch gelernt habe

Der Held meiner Jugend: MacGyver. (Foto: Screenshot: Youtube)

Das Fernsehen hat mich erzogen. Okay, stimmt nicht ganz, meine Eltern und Lehrer haben auch ihren Teil beigetragen. Aber von der Glotze habe ich freilich am meisten gelernt.

Heute kann ich‘s mir gar nicht mehr vorstellen: Aber früher, als kleiner Stopsel, bin ich jeden Samstag und Sonntag um sieben Uhr aufgestanden. Hab mich ins Wohnzimmer geschlichen, den dicken Röhrenfernseher angeschaltet. Zeit für Zeichentrick. Zeit für Bugs Bunny, Tom und Jerry, Chip und Chap oder die Gummibärenbande.

Gibt‘s einen besseren Lehrmeister als Jerry? Die Maus, die von Kater Tom verfolgt wird – ihm aber ständig entwischt und ihm gleichzeitig immer eins auswischt. Klein besiegt groß. Grips besiegt Muskeln. Für einen wie mich – ich war in der Schule immer der Klassenknirps – ein gutes Vorbild.


Meine Sporthelden

Auch nicht schlecht: Mila Superstar. Da geht‘s um ein 12-jähriges Mädchen, das eigentlich immer weint, immer an sich selbst zweifelt. Aber egal, wie aussichtslos die Situation auch scheint, Mila befreit sich dann doch. Bis sie die beste Volleyball-Spielerin der Welt wird. Also: Niemals aufgeben.



Und wenn man, wie ich aus einem kleinen Dorf in der Oberpfalz kommt, und denkt: Was kann man da schon erreichen? Dann schau dir die Kickers an. Wer hätte gedacht, dass so viele Weltklasse-Fußballer in einer japanischen Grundschule herumlaufen.

A-Team und MacGyver

Mit zunehmendem Alter habe ich dann andere Serien geguckt. Und wer war lässiger als B.A. Baracus und Murdock vom A-Team? Nur MacGyver. Bei ihm konnte die Situation noch so brenzlig und aussichtslos sein, der Mann mit dem blonden Vokuhila fand immer eine Lösung. Einfach bisschen nachdenken, bisschen kreativ sein – dann klappt das schon. Ganz wichtig: Immer auf die Umgebung achten. Könnte hilfreich sein. Vielleicht liegen ja irgendwo ein Wodka, ein Schlafsack und ein Eimer herum. Schon bastelte MacGyver eine Bombe, die ihn in die Freiheit sprengte.


Im Gericht

Ein anderer Fall sind die Gerichtsendungen, die Anfang der 2000er im deutschen Privatfernsehen rauf und runter liefen. Dank Alexander Hold und Barbara Salesch war ich plötzlich im Gerichtssaal. Endlich wusste ich, wie das abläuft, mit Richter, Staatsanwalt und Verteidiger. Denkste! Was war ich schockiert, als ich zum ersten Mal wirklich in einem Gerichtssaal saß – als Zuschauer versteht sich. Keiner der Besucher sprang auf. Keiner schrie. Keiner beschimpfte die Richterin. Was ich also auch gelernt habe: Man darf die Glotze ruhig mal ausschalten.



OTon Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz Medien. Im „OTon“ werden wir in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.
Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.
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