12.12.2017 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Landesamt bezieht Stellung zu Neuer Münze In Zweisamkeit ein Denkmal

Im Verlauf der zweiten Informationsveranstaltung der kommunalen Gewerbebau zu den Plänen für die Neue Münze, führte Geschäftsführer Karlheinz Brandelik am vergangenen Samstag zwei bisher nicht bekannte Argumente zum umstrittenen Denkmalschutz-Status der beiden Anwesen Bahnhofstraße 10 und 12 an (wir berichteten).

von Michael Zeissner Kontakt Profil

Demnach sei das Gebäude mit der Nummer 12 im April 2015, als die Gewerbebau den Gesamtkomplex erwarb, noch nicht als Denkmal ausgewiesen gewesen. "Lediglich das angrenzende Stadtpalais (Bahnhofstraße 10, d.Red.) war als Einzeldenkmal eingetragen", erklärte Brandelik. Die Nachqualifizierung als Denkmal sei insoweit fehlerhaft, dass die Hausnummer 12 dem barocken Stadtpalais zugeordnet werde. Auf Anfrage teilte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) dazu mit:

"Tatsächlich ist im Denkmal-Atlas zeitweise eine fehlerhafte Angabe im beschreibenden Text dargestellt gewesen, in der die Hausnummer 12 gefehlt hat.

Beide Gebäudeteile aber liegen im Denkmalensemble 'Altstadt Amberg', weswegen grundsätzlich eine denkmalrechtliche Erlaubnis für Veränderungen an den Bauten erforderlich ist. Für die Bewertung des Bauantrags und die Stellungnahme des BLfD zu diesem war dieser Fehler insofern unerheblich.

Das Anwesen Bahnhofstraße 10 und 12 wird schon seit Inkrafttreten des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes 1973 als Einzelbaudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste geführt; 1986 wurde dies im Rahmen der Reihe 'Denkmäler in Bayern' publiziert. Beide Gebäudeteile, die Bahnhofstraße 10 und die Bahnhofstraße 12, werden schon seit den 1930er Jahren als Gesamtanlage bewertet.

Das spiegelt auch die nach der jüngsten Begehung im März 2017 nochmals präzisierte Beschreibung in der Denkmalliste wieder: 'Bahnhofstraße 10 und 12. Ehem. kurfürstliche Münze, dann Gewehrmanufaktur, dreigeschossiger Traufseitbau mit Kniestock und Satteldach, 1709, mit älterem Kern, architektonisch reich gegliederte Fassade, Neurenaissance, 2. Hälfte 19. Jh., rückwärtige Flügel zum Innenhof 1762; Erweiterung, dreigeschossiger Traufseitbau mit Satteldach, 1861, im Kern älter; im Inneren mehrere Umbauten und z. T. Entkernung.'

Eine Verwechslung der beiden Bauten ist aus unseren Unterlagen nicht erkennbar; lediglich in einer Kartierung von 1943, die in einer Stellungnahme des BLfD vom März 2017 Verwendung gefunden hat, und der zugehörigen Bildunterschrift sind die Hausnummern 10 und 12 vertauscht."

Das Landesamt hat sich gegen die Umbaupläne und die bereits erteilte Baugenehmigung gewandt für die Neue Münze als ein zentrales Projekt der Revitalisierung der östlichen Altstadt ausgesprochen. Da diese Einwände keine Berücksichtigung fanden, ist derzeit eine fachaufsichtliche Überprüfung der Baugenehmigung bei der Regierung anhängig.

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