16.02.2018 - 20:00 Uhr

Leserbrief "Besondere Verantwortung"

Zum Artikel "Die Gratwanderung der Redaktion":

von Externer BeitragProfil

Ich würde gerne Stellung zur "mündigen" Leserin nehmen, die die Nennung von Nationalitäten bei Verbrechen einfordert. Hätten wir 2010, gäbe es keine AfD mit heutigem Erscheinungsbild und keinen Fremdenhass, würde die Nationalität eines Verbrechers genauso wenig interessieren, wie in den vergangenen 50 Jahren. Gerade Lokalzeitungen haben hier eine besondere Verantwortung ihren Lesern gegenüber, die mehrheitlich kein Interesse daran haben, dass der Fremdenhass noch weiter geschürt wird, wie dies schon geschieht.

Leider ist es in den (un-)sozialen Medien mittlerweile üblich, dass mit Fake News und permanenter Wiederholung von Unwahrheiten Stimmung gegen Minderheiten und Migranten gemacht wird. Man muss diese Unwahrheiten nur oft genug wiederholen, dann bleibt schon etwas hängen. Ich hätte mir mein Leben lang in Kenntnis der Vorgänge im Dritten Reich nicht vorstellen können, dass es noch einmal eine Partei in Deutschland gibt, die ganz offen gegen Andersgläubige, Minderheiten und Migranten hetzen darf.

Unser Grundgesetz deckt das Auftreten der AfD im Bundestag und ihrer Unterstützer in der Öffentlichkeit. Doch es schützt auch diejenigen, die unseren Schutz benötigen. Wenn überregionale Medien die Nationalität eines Verbrechers in den Vordergrund stellen, hat dies nicht zuletzt den Hintergrund, die Auflagen zu steigern. Lokale Medien müssen sich daran nicht beteiligen. Jeder Leser, den die Nationalität eines Verbrechers interessiert, kann dies anderswo recherchieren. Wir alle leben mit den Migranten Tür an Tür und es macht wenig Sinn, den hier Gott sei Dank herrschenden Frieden in einen Unfrieden zu verwandeln, in dem es nur Verlierer gibt.

Willy Moebius, 92224 Amberg

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