06.07.2017 - 12:52 Uhr
Oberpfalz

Leserbriefe Eine Dorfschule, wie man sie sich nur wünschen kann

Zur Berichterstattung über das Schulhaus in Raigering:

von Externer BeitragProfil

Bereits vor 25 Jahren mussten wir, die Eltern der Raigeringer Schul- und Vorschulkinder, mit Unterschriftensammlungen und Terminen mit der Stadt und den damaligen Landtagsabgeordneten um den Erhalt unserer Raigeringer Schule kämpfen. Durch den alleinigen Einsatz des späteren Landrats Armin Nentwig konnte in letzter Minute die Schließung der Schule am Häustbergweg verhindert werden. Hilfe oder Unterstützung konnten wir damals vom ortsansässigen Raigeringer Landtagsabgeordneten leider nicht erfahren. Damals wurden die Klassen 1 und 2 zusammengelegt. Kinder von der Raigeringer Höhe kamen hinzu, um die geforderte Klassenstärke zu erhalten. Die Entwicklung der Kinder wurde durch die Zusammenlegung der Klassen in keinster Weise benachteiligt.

Leider ist seit dieser Zeit so gut wie nichts mehr geschehen im Bezug auf die Erhaltung des Schulgebäudes, da das Interesse an der Raigeringer Schule anscheinend gering ist, obwohl die Schülerzahlen ständig stiegen. Wir, die nun Großeltern sind, kämpfen nun öffentlich wieder - diesmal für unsere Enkelkinder. Wir appellieren nun an die Verantwortlichen auf kommunaler- und Landes-Ebene, dass sich alle zusammen starkmachen für den Erhalt des Schulstandortes in Raigering. Die Einrichtung, mitten im Dorf, wie wir Raigeringer sagen, ist eine Schule, so wie sich Eltern eine Schule für ihre Sprösslinge nur wünschen können. Von den Kindern, zu Fuß erreichbar, kleine Klassen.

Die Mädchen und Buben kennen sich bereits aus der Krippen- und Kindergartenzeit. Auch die Eltern stehen in guter Kommunikation untereinander und mit den Lehrern. Weil die kleine Schule so einen guten Ruf hat, kommen auch Kinder aus anderen Stadtteilen in unsere Dorfschule. Ab dem neuen Schuljahr, bietet Sandy Scharl, eine qualifizierte Tagesmutter, in der sogenannten Räuberhöhle eine private Mittagsbetreuung für Grundschüler im Pfarrzentrum St. Josef an.

Nicht außer Acht lassen darf man auch das intensive Dorfleben im Stadtteil, das ja von den Kommunalpolitikern immer wieder positiv hervorgehoben wird. Sei es der Burschenverein, die Kirwa, die Brauerei, die Dorfkirche - und dazu gehört eben auch die Dorfschule. Von großer Wichtigkeit ist sie auch für die Vereine. Sportvereine, auch aus anderen Teilen der Stadt, belegen die Turnhalle täglich. Auch die Mitglieder der Raigeringer Sänger üben wöchentlich in einem der Kellerräume des Gebäudes. Auf der einen Seite die Dreifaltigkeitschule, die laut Aussagen der dortigen Rektorin aus allen Nähten platzt, auf der anderen Seite eine kleine Schule, die genügend Platz hat, aber eben grundlegend saniert werden muss.

In Raigering entsteht ein neues Baugebiet mit 16 Parzellen (meist junge Familien mit Kindern), neue große Mietshäuser sind im Bau, zuziehende Flüchtlingsfamilien mit Kindern und der Generationswechsel, der ansteht - Krippe- und Kindergarten sind voll belegt. Wartelisten liegen auf.

Um Nachwuchs muss man sich also keine Gedanken machen. Man darf an dieser Stelle nicht kurzfristig denken, sondern doch mit Blick in die Zukunft. Wir bitten alle verantwortlichen Damen und Herren, das Geld nicht an falscher Ebene auszugeben, wie zum Beispiel das Kapitel Forum zeigt, des zum Schaden für ganz Amberg wurde. Stattdessen sollte in Projekte investiert werden wie die gelungene Sanierung der Schönwerth-Realschule oder in den Ausbau der Krippen und Kindergärten. Die Schule Raigering ist als wichtiges Bindeglied zwischen Kindertagesstätte und weiterführenden Schulen zu betrachten.

Wir sind der Meinung, dass ordentlich Geld in die Hand genommen werden muss, um die Dreifaltigkeitsschule als Ganzes - mit den Standorten Raigering und Krumbacher Straße - ordentlich auszubauen und zu sanieren. Auch im Hinblick auf neue Unterrichtsmethoden.

Irene Binner, Helmut Zwink, Gisela Meier, Edith Walter, Silvia Pöllath und Elisabeth Bauer aus Raigering

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