09.03.2018 - 17:04 Uhr

Letzer Tag des Kindertheater-Festivals Ein Elch im Einsatz für die Feuerwehr

Ein Tier als Lebensretter? Im Puppenspiel von Dorothee Wellfonder und Wolfgang Kaup ist das möglich, denn Elch Finn möchte unbedingt das Feuerwehrauto fahren. Am letzten Tag des Kindertheater-Festivals begleitet ihn das Publikum durch seine Grundausbildung. Wird er am Ende ein echter Feuerwehrmann?

Finn, der Feuerwehrelch, im Einsatz: Er rettet einen Dackel, der in einem Rohr stecken geblieben ist. Bild: Wolfgang Steinbacher
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(pvlz/pjeh) "Mensch in Not, wer hilft denn jetzt? Die Feuerwehr sogleich hinhetzt", singen die Kinder zusammen mit dem Wodo Puppenspiel, das am Freitag das Kindertheater-Festival mit ihrem Stück "Finn, der Feuerwehrelch" abschließt. Nachdem eine viel zu langsame Schildkröte und ein Igel mit viel zu spitzen Stacheln bei der Feuerwehr abgelehnt wurden, versucht Finn sein Glück. Mit Mut und Kreativität rettet er letztlich eine Meerschweinchenfamilie aus einem brennenden Haus. Nun ist er Feuerwehrmann. Es erfüllt sich sein größter Wunsch: Er darf das rote Auto fahren.

Mit viel Witz und Gesang vermitteln Dorothee Wellfonder und Wolfgang Kaup, zusammen sind sie das Wodo Puppenspiel aus Mühlheim an der Ruhr, die Aufgabe der Feuerwehr. Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch der Engländerin Sharon Rentta. "Wir inszenieren gerne Literatur", sagt Wolfgang Kaup. "Wichtig ist uns dabei, dass wir hinter der Botschaft des Buches stehen können. Die Geschichte von Finn hat uns sofort begeistert." Die beiden, die in Mühlheim eine feste Spielstätte haben, waren selbst nie bei der Feuerwehr. Im Gegenteil, sie hätten fast einmal eine Holztruhe in Brand gesetzt, erzählt der Puppenspieler.

Sämtliche Marionetten und Tischpuppen stellt Dorothee Wellfonder selbst her. "Wir fanden die Mischung aus beiden Macharten witzig. Uns war wichtig, dass die Schildkröte den Kopf einziehen kann. Das ist als Marionette leichter umzusetzen." Die Künstler, die vorher als Sozialpädagogen in der Kinderarbeit tätig waren, stehen schon seit 35 Jahren regelmäßig als Wodo Puppenspiel auf der Bühne. Das Stück selbst ist eine Neuinszenierung aus dem Jahr 2017.

Auf die Antwort, ob er nach so langer Zeit nicht vielleicht schon genug haben könnte, antwortet der Mühlheimer: "Das Spielen wird nie langweilig." Er bezeichnet das Wodo Puppenspiel als Familientheater. Dabei sei es überhaupt nicht störend, dass die Kinder teilweise sehr laut und unruhig werden. "Wir heizen ihnen ja auch ein", sagt seine Partnerin und lacht. Mit selbst geschriebenen Liedern binden die beiden ihre Zuschauer in die Vorstellung mit ein. Inspiration und Ideen holen sich die Spieler auch aus dem Publikum. "Die Kinder wollten unbedingt eine Feuerwehrgeschichte. So ist auch Finn, der Feuerwehrelch, entstanden."

Albin und Lila gewinnen

Das Kindertheater-Festival schließt wie jedes Jahr mit der Wahl der besten Darbietung durch eine Kinderjury. Die zehn Mitglieder, bestehend aus Kindergarten- und Grundschulkindern, kürten das Stück "Albin und Lila oder können Schweine Hühner lieben?"des Figurentheaters Neumond (Mittwoch) zum Sieger.

Jurymitglied Michael (9) begründet die Entscheidung mit den Worten: "Es geht darum, dass jeder besonders ist, egal, wie er aussieht." Das Stück sei lustig, traurig, fröhlich und mit viel Musik, sagt Arthur (8),

Platz zwei belegt "Komm wir finden einen Schatz!", eine Inszenierung vom Theater Morgenroth und Schwester (Dienstag). "Schön war, dass die Schauspieler mit wenigen Sachen viel gemacht haben", weiß Philipp (8) zu berichten.

Der Gewinner eröffnet das nächste Festival und bekommt dabei seinen Preis verliehen.

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