18.02.2018 - 13:36 Uhr

Luftmuseum will nicht in Untergrund umziehen und Stadtbau weiß von nix Unterirdische Garagen-Ideen

Luftmuseumschef Willi Koch bleibt ja selten die Luft weg. Aber bei dieser Idee muss er tief durchatmen, so unterirdisch ist sie - buchstäblich. Ausgesprochen hat sie immerhin Baureferent Markus Kühne - öffentlich in einer Bauausschusssitzung. Tenor: Ambergs weltweit einmaliges Museum könnte in die Bahn- hofstiefgarage umziehen.

Auch wenn sie ganz hübsch illuminiert ist, in die Bahnhofstiefgarage würde das Luftmuseum nicht umziehen wollen, wie sein Leiter und Gründer Wilhelm Koch fast etwas empört über diese Idee sagt. Ebenso wenig weist das gelbe Ausfahrtsschild den Weg zu einem Durchstich von hier samt Tunnel, um durch die alte Garage die neue in der Bahnhofstraße mit zu erschließen. Auch darüber wurde nie mit dem Gebäudeeigentümer gesprochen. Bild: Steinbacher
von Thomas Amann Kontakt Profil

Klar war das alles nur ein erster Gedanke, kühn dahingesagt von dem Mann, der auch so heißt. Dafür hat er sich in Amberg inzwischen einen gewissen Ruf erworben. Aber dieser Einfall scheint eine ziemliche Luftnummer zu sein, weil weder Kühne noch sonst jemand mit Willi Koch darüber gesprochen hat.

Wilhelm Koch nie gefragt

Der Luftmuseumsgründer las aus der Amberger Zeitung davon, die über die bewusste Bauausschusssitzung Ende September berichtet hatte. Erst danach bei einem eher zufälligen Zusammentreffen beim Runden Tisch zur Stadtentwicklung sprach Koch nach eigener Auskunft Kühne auf das im Zuge der Bahnhofsumgestaltung präsentierte Thema an. Ohne es sehr ernst zu nehmen, nachdem vorher nicht mit ihm geredet worden war, wie Koch versicherte. "Als Lager nehmen wir's", sagte er auch jetzt noch scherzhaft zur AZ, ohne große Lust, der völlig unausgegorenen Umzugsidee näherzutreten. Sein ebenso wenig ernst gemeinter Gegenvorschlag: Soll doch das Baureferat in die Bahnhofstiefgarage einziehen - "ins dritte Untergeschoss", das es gar nicht gibt.

Doch nicht nur mit besagter Luft(museums)nummer ist die mittlerweile 44 Jahre alte Bahnhofstiefgarage in jüngster Zeit zu neuen Ehren gelangt. Dafür sorgte zuletzt auch ein Leserbriefschreiber in der AZ. Er hatte angeregt, die neue Tiefgarage für Bürgerspitalareal und Forum in der Bahnhofstraße durch die alte Bahnhofsgarage zu erschließen, um so den Zufahrtsverkehr aus der östlichen Altstadt draußenzuhalten.

In einer ersten Stellungnahme beurteilte die Stadt das vor allem aufgrund der erwarteten hohen Herstellungskosten als illusorisch. Der bald darauf tagende Stadtrat schloss sich dieser Sichtweise mehrheitlich an, wollte den unterirdischen Erschließungsvorschlag nicht weiterverfolgen. Interessant dabei, dass mit dem Eigentümer der Bahnhofsgarage, der Stadtbau GmbH, weder über die eine noch die andere Idee jemals gesprochen worden war.

Auch Stadtbau außen vor

Sowohl von der Tunnel- als auch der Luftmuseums-Idee erfuhr ihr Direktor Maximilian Hahn aus der Amberger Zeitung. "Mit leichtem Schmunzeln" habe er beides gelesen, sei aber "wenig intensiv betroffen gewesen". "Da reden Leute über etwas, was ihnen nicht gehört", verdeutlicht Hahn die Eigentumsverhältnisse und wundert sich eigentlich über solche "Utopien". Klar könne man vieles in die Welt setzen; wenn man aber nicht mit dem Eigentümer spricht, wie er dazu steht, bliebe das Illusion.

Zumal die in den 1970er-Jahren gebaute Bahnhoftiefgarage mit damals noch viel und gern verwendetem Beton ein echter "Bunker" sei. Zu durchbrechen für neue Zu- und Ausfahrten samt Tunnelverlängerung wären die dicken Mauern laut Hahn nur äußerst schwer. "Ich kann über alles diskutieren, wenn's mir nicht gehört", schüttelt Hahn den Kopf und vergleicht das mit der ebenso theoretischen Idee, aus dem Rathaus irgendetwas anderes zu machen.

Übrigens wird nach seiner Einschätzung auch die bereits skizzierte Bahnhofsumgestaltung in ein, zwei Jahren kaum Realität werden. Wobei man diesen Zeitraum wohl noch weiter fassen könne. Genauso wenig hat den Stadtbau-Direktor der Luftmuseums-Umzugsvorschlag tangiert. "Wenn das ernst werden würde, würde man mit uns sprechen müssen", schildert Hahn die korrekte Vorgehensweise, um noch einmal zu beteuern, dass bei der Stadtbau dieses Thema "in keiner Weise jemals angesprochen wurde".

"Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass Willi Koch dort in den Untergrund gehen würde", meinte Hahn, der sich auf diese Diskussion gar nicht einlassen will. Lieber bleibt die Stadtbau nach seinen Worten "bei den Dingen, die wir umsetzen können und müssen". Dazu zählten gegenwärtig keine unterirdischen "Gerüchte" um die Bahnhofstiefgarage.

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