Marode Häuser in der Fußgängerzone
Einsturzgefahr gebannt

Blick von innen zur Fußgängerzone: Hier wurden bis August 2015 Süßigkeiten in der Hussel-Filiale verkauft. Das ist längst Geschichte. Ein neuer Mieter steht frühestens im März 2017 fest. Bilder: Hartl (3)
 
Auch das Obergeschoss steht unter Denkmalschutz. Bild: Steinbacher

Süßigkeiten? Weg. Handys? Weg. Stattdessen gab's Staub, Schutt und Scherereien. Doch auch sie sind mittlerweile größtenteils beseitigt. Die Geschäfte in der Georgenstraße 7 und 9 wo einst Hussel und O2 ihre Waren feilboten, stehen seit Monaten leer. Das wird auch noch mindestens bis Frühjahr so bleiben.

Ob Hussel als Mieter zurückkehrt? "Kein Kommentar", sagte Architekt Lothar E. Keck, zuständig für die technischen Abwicklungen im Auftrag der Eigentümerin, eine holländische Firma. Die Geschäfte mussten im August 2015 wegen Einsturzgefahr des Hauses schließen. Derzeit werde nach potenziellen Mietern Ausschau gehalten, weshalb er sich nicht zu Details äußern wolle. Fertig ist derzeit zwar die Notsicherung, doch die Arbeiten im Inneren des Gebäudes gehen weiter. Auch wenn für die oberen Stockwerke keine Sanierung im Sinne von einer späteren Nutzung als Wohnungen geplant ist, muss die Baustelle zumindest begehbar für Sozialräume oder Lager gemacht werden.

Kern der Einsturzgefahr war eine sogenannte Kommunwand, eine Mauer, die die benachbarten Häuser trennte. Sie wurde abgetragen und neu aufgebaut "Der Laden wurde komplett auf ein neues Fundament gestellt", berichtete Bauunternehmer Manfred Braun. Im ersten Stock der Hausnummer 7 ist noch der heruntergebrochene Boden zu sehen. Marode Stuckdecken und brüchige Treppenstufen runden das Bild eines baufälligen, aber unter Denkmalschutz stehenden, Gebäudes ab. "Es war in einem katastrophalen Zustand", berichtete Statiker Martin Pudelko von der Firma Trafektum. "Es hat sich bewährt, dass sich Statiker mit Erfahrung in Altbausanierung und Denkmalschutz des Problems annahmen", lobte Keck.

Der Eigentümer musste im Auftrag der Stadt Amberg handeln. "Doch auch der Bauherr drängte auf eine Fertigstellung", informierte der Architekt. "Allerdings ließ sich vieles nicht schnell fertigstellen." An der Struktur des um 1600 erbauten Gebäudes sei ein Klein-klein an stetem Umbau abzulesen. "Es war extrem wenig Platz für die Handwerker vorhanden." Zusätzlich mussten die Arbeiter extrem vorsichtig vorgehen. Der Kölner Architekt lobte das "gute Verhältnis zur Stadt Amberg". Die Zusammenarbeit sei reibungslos verlaufen. Mittlerweile wurden Gerüst und Kran am Eichenforstplatz wieder abgebaut. Im Januar geht es mit dem Innenausbau weiter.

Tauben-Plage

"So etwas hab ich noch nie gesehen", "abartig", "ekelhaft" - solche Aussagen fielen bei der Besichtigung der Georgenstraße 7 und 9. Warum? Es ging um die Tauben, die das Anwesen in Beschlag genommen hatten. "Amberg hat eine extreme Taubenplage", erklärte Architekt Lothar E. Keck, der zuständig für die technische Abwicklung der Notsicherung der Gebäude ist. Der Kölner, der Immobilien in ganz Deutschland betreut, war schockiert, als sich ihm das Ausmaß der Verunreinigung präsentierte: "Überall lagen tote Tauben. Und in den toten Tauben nisteten bereits wieder Tauben. Das war unvorstellbar ekelhaft."

Bauunternehmer Manfred Braun erklärte, dass allein die Entsorgung des ganzen Taubendrecks 30 000 Euro gekostet habe - das sei Sondermüll. "Was in Norddeutschland die Möwen sind, sind hier die Tauben", bemerkte Keck.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.