Mehr Betrüger als Berater
Geld von Kunden aufs eigene Konto

(Foto: dpa)

Der entlarvte Betrüger hatte Glück im Unglück. Denn zur Begleichung des Schadens griff ein naher Verwandter tief in die Tasche und überwies knapp 37 000 Euro an vier Leute, die von ihrem Vermögensverwalter um teils hohe Beträge gebracht worden waren. "Dafür konnte es nur eine Haftstrafe geben", hörte der Mann nun vor Gericht.

Der 49-Jährige war von seinem Anwalt Michael Schüll gut beraten. Er trat quasi die Flucht nach vorne an und gestand vor dem Amtsgericht alles, was ihm Staatsanwältin Christina Altenhofen vorhielt. Was sie in ihrer Anklageschrift aufgelistet hatte, waren insgesamt sieben Fälle der Veruntreuung.

Eigentlich hätte der Beschuldigte die Bargeldeinlagen von Kunden als deren für eine namhafte Firma arbeitender Vermögensverwalter gewinnbringend anlegen sollen. Das tat er auch über mehrere Jahre hinweg. Doch dann geriet der heute 49-Jährige ab 2013 in eine finanzielle Schieflage. Die Konsequenz daraus: Er brauchte selbst Geld. Das nahm er sich auf illegale Weise.

Geld von Kunden


Vom Juni 2013 an und dann bis hinein ins vergangene Jahr fälschte der Vermögensverwalter mehrfach Überweisungsträger, versah sie mit den Namen von Kunden und lotste damit in sieben Fällen höhere Summen auf sein Konto. Mal waren es 4000 Euro, dann auch 5500 und schließlich gar 10 000. Als die Kripo ermittelte, standen 36 750 Euro unter dem Bilanzstrich. "Das war so", ließ der Angeklagte vor Richterin Kathrin Rieger erkennen. Danach drückte er sein tiefes Bedauern aus und berichtete, dass ihm ein naher Verwandter geholfen und den finanziellen Schaden unterdessen beglichen habe. "Wenigstens das ist folglich geregelt", entgegnete die Vorsitzende. Das Geständnis ersparte einen längeren Prozess. Dennoch, so die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer, sei Vertrauen grob missbraucht worden.

Bewährung als Urteil


Der 49-Jährige, fügte sie hinzu, sei über die Jahre hinweg gewerbsmäßig bei seinen Veruntreuungen und Urkundenfälschungen vorgegangen. Dafür forderte Christina Altenhofen eine Haftstrafe von 22 Monaten und sperrte sich angesichts eines bis dahin tadellosen Lebenswandels des Angeklagten nicht gegen Bewährung. Die könne aber nur bei einer Auflage von 2000 Euro bewilligt werden.

2000 Euro Geldauflage


Anwalt Schüll war mit einer Bewährungsstrafe einverstanden. Er rückte den zwischenzeitlich beglichenen Schaden in den Vordergrund und hielt 1000 Euro Geldauflage für ausreichend. Die Richterin verhängte 18 Monate mit Bewährung und schrieb in ihr Urteil, dass der 49-Jährige 2000 Euro in Raten zahlen muss.

Die Entscheidung wurde noch im Gerichtssaal rechtskräftig. Der am Stadtrand von Amberg wohnende Angeklagte ("Ich habe mich auch bei den Geschädigten entschuldigt") ist unterdessen in einem ganz anderen Beruf tätig. Mit Vermögensverwaltung hat er nichts mehr zu tun.

Das war so.Der Angeklagte 49-Jährige bei seiner Verhandlung
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