01.09.2017 - 15:44 Uhr
Oberpfalz

Militärhistorische Sammlung zieht um Geschichte in Kisten

Die Panzerbrigade 12 Oberpfalz zieht nach Cham, die Bundeswehr gibt die Leopoldkaserne auf. Und die militärhistorische Sammlung verliert ihre Heimat. Doch es gibt eine Lösung. Eine, mit der die Verantwortlichen gut leben können. Einen großen Wunsch hätten sie aber dennoch.

Hans Bernreuther (Mitte) erklärt Wolfgang Eger (rechts) das Gewehr K 98, das standardmäßig bei der Wehrmacht im Einsatz war. Bilder: Huber (2)
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Bisher war die Militärhistorische Sammlung ein militärisches Museum und als solches der Bundeswehr unterstellt. Was dies konkret bedeutete, formuliert Wolfgang Eger, Vorsitzender des Fördervereins Militärhistorische Sammlung, so: "Alles was wir hatten, gehörte dem Militärmuseum Dresden." Er berichtet von einem Gespräch mit Dr. Torsten Dietrich, dem Leiter der Bundeswehr-Museen, das Anfang April geführt wurde. Ergebnis war folgendes: die militärhistorische Sammlung ist kein militärisches Museum mehr, sondern ein privates.

Für den Förderverein gibt es dennoch eine Lösung, mit der er leben kann: Die umfangreiche Sammlung wird in Räumlichkeiten des Bundeswehr-Dienstleistungszentrum umziehen, der ehemaligen Standortverwaltung. Ein entsprechender Vertrag wurde geschlossen, Eger. In der früheren Bekleidungskammer werden die Exponate auf einer Ausstellungsfläche von 400 Quadratmetern präsentiert - in der Leopoldkaserne war die militärhistorische Sammlung auf 600 Quadratmetern untergebracht.

Mit nach Cham

Die Sammlung wurde abgespeckt. Zum Beispiel bekam die Bundeswehr die gesamte Munition zu Anschauungszwecken zurück. Einige Exponate nimmt die Panzerbrigade 12 Oberpfalz mit an ihren neuen Standort Cham, um dort ein Traditionszimmer einzurichten. Neun Fachleute waren außerdem in Amberg, um sich für die militärischen Museen Ausstellungsstücke auszusuchen, die die Bundeswehr betreffen. Dabei handelte es sich laut Eger unter anderem um Uniformen, Bücher und Zeitschriften. Im nächsten halben Jahr wird die militärhistorische Sammlung also umziehen. "Das Einpacken hat bereits begonnen", so Eger. Geplant ist, dass der Förderverein am neuen Standort die Gefechtsstände des Ersten und Zweiten Weltkrieges wieder aufbauen wird. "Ansonsten wollen wir die Ausstellung neu konzipieren, auch unter modernen Gesichtspunkten". Für den 49 Mitglieder umfassenden Förderverein gibt es noch viel zu tun. Die ersten Exponate sind schon in Kisten verpackt und bereit für den Umzug. Einerseits freuen sich Eger und seine Mitstreiter, dass eine Lösung gefunden wurde.

Noch Hoffnung

Andererseits ist ihnen auch bewusst, dass die Bundeswehr den Nutzungsvertrag jederzeit kündigen könne. Es sei eine Interimslösung, so Vorstandsmitglied Hans Bernreuther. "Wir hoffen immer noch, dass die Stadt uns geeignete Räumlichkeiten anbietet", so Eger. Diesbezüglich habe man an Oberbürgermeister Michael Cerny geschrieben.

Dankbar sind die Mitglieder des Fördervereins, dass ihre Ausstellung im Bundeswehr-Dienstleistungszentrum unterkommt. Sowohl Eger als auch Bernreuther würdigen das Engagement von dessen Leiter, Oberregierungsrat Reinhard Schober. Ebenfalls dankbar sind die Männer, dass die Stadt ihnen entgegengekommen ist: Im ehemaligen Bauhof dürfen sie Sachen einlagern. (Angemerkt)

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