28.03.2018 - 12:46 Uhr

Militärkameradschaft beendet Partnerschaft Leiser Abschied von der Bundeswehr

Mit der Übergabe eines Fahnenbandes an Major Andreas Ständer beendet die Militärkameradschaft ihre mehr als drei Jahrzehnte andauernde Partnerschaft mit der Bundeswehr. Es ist ein leiser Abschied, aber er lässt sich durch die Verlegung der Panzerbrigade 12 nach Cham nicht vermeiden.

Heinrich Herbort (Zweiter von rechts) wird für 25 Jahre Mitgliedschaft mit dem Treuekreuz in Silber geehrt. Major Andreas Ständer (links daneben) und Bürgermeister Martin Preuß (rechts) gratulieren. Links Vorsitzender Franz Kölbl.
von Autor GFRProfil

Amberg. (gfr) Bei der Generalversammlung der Militärkameradschaft Amberg, die in der Brauereigaststätte Bruckmüller stattfand, betonte Andreas Ständer, der Chef der Stabsfernmelde-Kompanie, dass die Bundeswehr und ihre Soldaten in Amberg immer gut aufgenommen worden seien. Ein deutliches Zeichen sei mit der vor 33 Jahren ins Leben gerufenen Partnerschaft zwischen der Militärkameradschaft und der Stabskompanie der Panzerbrigade 12 gesetzt worden. Mehr als drei Jahrzehnte sei diese Verbindung mit unzähligen gemeinsamen Veranstaltungen, wie etwa dem alljährlichen Vergleichsschießen, auch gelebt worden.

Kontakte zwischen Truppe und ziviler Bevölkerung seien in einer Stadt wie Amberg wichtig, aber nun müsse diese Partnerschaft beendet werden, weil die Panzerbrigade nach Cham verlegt wird. Bürgermeister Martin Preuß bedauerte, dass die Patenschaft aufgelöst wird und damit auch ein Bindeglied zwischen Truppe und Zivilbevölkerung. Soldaten gehörten seit vielen Jahrzehnten zu Amberg, sagte Preuß, der kein Verständnis für einen Leserbrief hatte, in dem der Zapfenstreich zum Abschied der Panzerbrigade als Steuerverschwendung bezeichnet worden sei. Wenn eine nahezu 300-jährige Tradition zu Ende geht, dann sei dafür ein angemessener Rahmen, eben der Zapfenstreich, mehr als angemessen.

Ausdrücklich betonte Preuß, dass Ambergs Türen für die Truppe immer geöffnet seien. Er gebe die Hoffnung nicht auf, dass bei einer Umstrukturierung die Leopoldkaserne doch noch von der Bundeswehr genutzt werden könnte. Zur nun zu beendenden Partnerschaft mit der Bundeswehr meinte der Vorsitzende der Militärkameradschaft, Franz Kölbl, dass es lange vor diesem Zusammenschluss schon Kontakte zwischen Bundeswehr sowie Krieger- und Soldatenvereinigungen gegeben habe. Unter der Schirmherrschaft des damaligen Brigadekommandeurs Reinhard Uhle-Wettler seien im Juni 1985 die Jubiläen 110 Jahre Krieger- und Militärkameradschaft, 30 Jahre Bundeswehr, 270 Jahre Garnison Amberg, 260 Jahre Königlich Bayerisches 6. Infanterieregiment und die Begründung der Patenschaft gefeiert worden. Die Beziehung sei durch gemeinsame Weihnachtsfeiern, Teilnahmen an Truppen- oder Rückkehrappellen und Kommandoübergaben gefestigt worden. Jährlicher Höhepunkt und weit über die Amberger Region hinaus beliebt sei ab 1992 das Vergleichsschießen gewesen. Kölbl bedankte sich für drei Jahrzehnte Partnerschaft mit der Bundeswehr, leider gehe sie jetzt zu Ende.

Über die Amberger Militärkameradschaft sagte Franz Kölbl, dass sie derzeit 82 Mitglieder hat, davon 16 Frauen. Kölbl wies auf die regelmäßigen Monatsversammlungen hin, bei denen das Thema Pflege, aber auch die Geschichte der Amberger Emailfabrik behandelt worden seien. Das 25. Vergleichsschießen im Juni sei mit 120 Teilnehmern ein Höhepunkt, aber leider auch das letzte gewesen.

Teilnehmer aus ganz Bayern seien zur Landeswallfahrt nach Amberg gekommen. Kölbl erinnerte außerdem an die Kriegsgräbersammlung, den Volkstrauertag und die Totengedenken auf dem Soldatenfriedhof. Bei all diesen Veranstaltungen habe sich die Militärkameradschaft aktiv eingebracht, sagte der Vorsitzende.

Neuwahlen

Vorsitzender: Franz Kölbl

Stellvertreter: Bernhard Krüssel und Sebastian Stock

Kassier: Reinhard Goger

Schriftführer: Sebastian Stock

Beisitzer: Franziska Darusch , Gerhard Giess , Gerd Wennicke

Kassenrevisoren: Rudolf Sitter , und Bernhard Exner (gfr)

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