04.05.2018 - 15:34 Uhr
Oberpfalz

Mitgliederversammlung der Amberger Feuerwehr: In einem Jahr 690 Alarmierungen

Mitgliederversammlung bei der Feuerwehr der Stadt: Oberbürgermeister Michael Cerny betont, dass sich die Amberger sicher fühlen können. Hervorragend sei die Zusammenarbeit mit der Stadt. Auch Polizei und Technisches Hilfswerk betonen das Miteinander.

Ehrungen bei der Feuerwehr (von links): Stadtbrandrat Bernhard Strobl, Karl Diepold, Stefan Dörner, Josef Singer (stellvertretender Vorsitzender des Feuerwehrvereins) und Oberbürgermeister Michael Cerny. Bild: Gerhard Franz
von Autor GFRProfil

Amberg. (gfr) Den Personalstand der Feuerwehr bezifferte Stadtbrandinspektor Philipp Seeger auf 115 Aktiven, darunter 94 Frauen und sieben Anwärter. Einschließlich der Stadtteilwehren aus Ammersricht, Gailoh, Karmensölden und Raigering stünden 324 Dienstleistende, darunter 58 Jugendliche, zur Verfügung.

Im Vorjahr sei der Fuhrpark um zwei Katastrophenschutzfahrzeuge, einen Abrollbehälter Waldbrand und einen Personaltransporter erweitert worden. Die drei Züge absolvierten jährlich 17 Ausbildungsabende, außerdem drei gemeinsame Dienste in Theorie und Praxis. Weitere Schichten seien für Feuerwehrdienstgrade, Maschinisten und Atemschutzträger hinzugekommen. Die Jugend verzeichnete laut Seegerer über 100 Ausbildungsstunden, außerdem absolvierte sie Truppmann- und Truppführerprüfungen, Bayerische Jugendspange, Jugendflamme und Wissenstest. Gemeinsame Jugendübungen habe es in der Feuerwache, auf dem Übungsgelände in Atzlricht und im Lieferzentrum der Siemens AG in der Fuggerstraße gegeben.

Wie Seegerer sagte, wurde die Feuerwehr im Vorjahr 690 Mal alarmiert. Zu 101 Bränden musste die Wehr ausrücken, außerdem zu 130 Brandmeldealarmen und 347 Hilfeleistungen. Die Aktiven seien zudem bei 112 Sicherheitswachen gefragt gewesen. Zu 39 Einsätzen sei man auch in die benachbarten Landkreise gefahren. In der Bilanz standen außerdem drei Großfeuer und 43 Verkehrsunfälle - etwa doppelt so viele wie 2016.

Als außergewöhnliche Einsätze nannte der Stadtbrandinspektor einen Gefahrguteinsatz bei Siemens, einen Wohnhausbrand in Kropfersricht und das Feuer in einer Lagerhalle in Paulsdorf. In Kropfersricht und Paulsdorf habe der 8000 Liter fassende Abrollbehälter-Tank wertvollste Hilfe geleistet. Nicht alltäglich sei ein Verkehrsunfall in Raigering gewesen, bei dem ein Pkw auf einem anderen zum Stehen gekommen war, die Fahrzeuge aber erst stabilisiert werden mussten, um nach fast 20 Minuten die Unfallverursacherin aus ihrem Fahrzeug befreien zu können. Rund 50 Einsatzkräfte löschten einen Brand im Kühlhaus der Luitpoldhütte. 600 Meter Schlauchmaterial seien erforderlich gewesen, außerdem 450 Kilogramm Löschpulver.

Stadtbrandrat Bernhard Strobl ließ wissen, dass die Stadt der Feuerwehr ein festes Budget zuweise, "das wir aber sinnvoll einsetzen". In den vergangenen 20 Jahren seien gut 4,2 Millionen Euro in den Fuhrpark investiert worden. Die Sanierung der 40 Jahre alten Wache sei dennoch mehr als überfällig. Alleine die Werkstatt müsse für mindestens 100 000 Euro erneuert werden. Die Kosten einer Generalsanierung liegen laut Strobl bei mehr als zwei Millionen Euro.

Kein Verständnis zeigte Oberbürgermeister Michael Cerny für Angriffe auf Einsatzkräfte. Wenn das Ehrenamt von BRK und Feuerwehr nicht mehr geschätzt werde, gehe es mit einer funktionierenden Gesellschaft bald zu Ende, so die Warnung des Oberbürgermeisters. Zur Situation der Amberger Feuerwehren meinte Cerny, dass dringend notwendige Maßnahmen bei den Ortsteilfeuerwehren abgearbeitet worden seien, aber nun käme mit Blick auf die Hauptwache einiges auf die Stadt zu.

Martin Heuzontner von der österreichischen Partnerfeuerwehr in Wels gratulierte den Geehrten und Beförderten, ebenso der THW-Ortsbeauftragte Marco Hubert. Nicht nur die Bürger brauchen die Feuerwehr, so der stellvertretende Inspektionsleiter Polizeihauptkommissar Ingo Witte, auch die Polizei könnte viele Einsätze ohne Unterstützung durch die Feuerwehr so gar nicht bewältigen.

Aktiver Verein

An das Vereinsgeschehen erinnerte Josef Singer, der stellvertretende Vorsitzende des Feuerwehrvereins. Zu den Angeboten zählten: Kinderfasching, Faschingsball, Preisschafkopf, Preisskat und Wachfest. Der Feuerwehrverein habe sich an den Jubiläen in Karmensölden und Ammersricht ebenso beteiligt wie an der Fronleichnamsprozession. Zudem sei ein Ehrenabend für Bernhard Strobl, Philipp Seegerer und Josef Wittmann gestaltet worden, die alle seit 20 Jahren als Führungskräfte der Amberger Feuerwehr tätig seien. Josef Singer bedankte sich bei den Sponsoren, denn sie würden es ermöglichen, dass der Verein der einzige in Amberg sei, der ohne Mitgliedsbeiträge auskommt. (gfr)

Ehrungen und Beförderungen

Das Ehrenzeichen in Silber für 25-jährigen Dienst bekam Stefan Dörner, das Ehrenzeichen in Gold erhielt Karl Diepold (40 Jahre). Das Bayerische Jugendleistungsabzeichen und die Jugendflamme erhielten Jakob Farnbauer, Martin Koller, Daniel Richter, Samuel Ströhl und Stefan Stündl, die Jugendflamme (Stufe 2) Denise und Vanessa Amberger. Das Leistungsabzeichen Wasser bekamen (Stufe 1): Kilian Hench, Tobias Höhne, Tilman Scherer und Stefan Stündl; Stufe 3 Gold: Florian Bachfischer, Patrick Mössner, Jonas Stündl; Stufe 4 Gold-Blau: Alexander Bachmann, Markus Scheuerer, Markus Stransky; Stufe 5 Gold-Grün Andreas Helml und Thomas Lippl. Die Truppführerprüfung bestanden Denise und Vanessa Amberg (künftig 1. Zug) sowie Tobias Richthammer und Tilman Scherer (künftig 2. Zug). (gfr)

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