23.02.2018 - 17:20 Uhr

Mitgliederversammlung und Ehrung der Tafel Amberg Ehrenamt als Vollzeitjob

Die Amberger Tafel heißt ab sofort offiziell Tafel Amberg. Eine reine Formalität, die aber nötig ist. Da in der Vergangenheit Missverständnisse mit anderen Vereinen aufkamen, die das Wort Tafel verwenden, wurde beschlossen, eine bundesweite einheitliche Erkennung des Vereins Tafel zu gewährleisten.

Stolz auf die geleistete Arbeit der vergangenen Jahre sind die Vorsitzenden Irmgard Buschhausen und Bernhard Saurenbach (sitzend). Sie ehren die Mitglieder (von links) Irene Wasenbelz, Margit Höser, Christine Wassner, Theresa Leidig, Helga Baumer, Gabi Klee, Martha Strobl, Günter Wasenbelz, Sieglinde Kraus und Renate Rölz. Bild: dwi
von Dagmar WilliamsonProfil

Von Einsparungen bei der Gesundheitsprüfung bis zum Kundenstamm berichtetet Vorsitzender Bernhard Saurenbach bei der Mitgliederversammlung. Zwei Euro für einen Korb Nahrungsmittel. 682 Haushalte aus der Stadt und dem Landkreis nehmen diesen Service derzeit in Anspruch. Davon sind rund ein Drittel anerkannte Flüchtlinge mit vielen Kindern. Erschreckend ist laut Saurenbach jedoch der deutsche Kundenstamm: 80 Prozent sind Rentner, die mit der Grundsicherung über die Runden kommen müssen. Um zu verdeutlichen, warum die Tafeln einen so wichtigen Stellenwert in Deutschland haben, erklärte der Vorsitzende die Hartz-IV-Regelung. Vor allem der Mangel an Sozialwohnungen sei Auslöser, warum viele sozial Schwache monatlich am Hungertuch nagen. So liegt zum Beispiel der Höchstsatz der Stadt Amberg für eine dreiköpfige Familie bei 444 Euro Kaltmiete. Eine Wohnfläche von 75 Quadratmetern darf dabei nicht überschritten werden. Kosten, die darüber hinaus gehen, müssen von der Grundsicherung bezahlt werden.

Auf die Frage, was passieren würde, wenn keine bezahlbare Unterkunft gefunden wird, antwortete Saurenbach: "So hilf dir Gott!" Aktuell hat die Tafel Amberg 235 Mitglieder, die regelmäßig spenden. Sie sind es, die den Verein am Leben halten. Aber auch Schulen und Firmen aus der Stadt und dem Landkreis beteiligen sich mit viel Engagement an der Unterstützung von Bedürftigen aus der Region.

Keine Mühen scheute die Tafel bei der ordnungsgemäßen Prüfung von 75 Helfern. Aufgrund gesetzlicher Regelungen ist es dem Vorsitzenden nicht möglich, sein Wissen bei Schulungen weiterzugeben. Das Gesundheitsamt forderte zudem einen Betrag von über 1000 Euro, die nicht im Budget zur Verfügung stehen. Betriebsarzt Dr. Alfons Götzfried erklärte sich bereit, eine Gesundheitsschulung und -prüfung vorzunehmen - ganz ohne Honorar.

In Amberg seit 2007

Bundesweit feiern die Tafeln heuer ihr 25-jähriges Bestehen. Begonnen hat die Essensausgabe einst für sozial schwache Familien in Berlin. Die Tafel Amberg wurde 2007 ins Leben gerufen und ehrte bei der Mitgliederversammlung auch 14 ihrer ehrenamtlichen Helfer für zehn Jahre Engagement: Helga Baumer, Margit Höser, Sibylle Kiener, Gabi Klee, Sieglinde Kraus, Theresa Laidig, Annemarie Mickan, Carola Röllig, Renate Rölz, Marlen Saurenbach, Martha Strobl, Günter Wasenbelz, Irene Wasenbelz und Christine Wassner. 90 Ehrenamtliche arbeiten über 22 000 Stunden pro Jahr für die Tafel Amberg. (dwi)

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