31.07.2017 - 19:50 Uhr
Oberpfalz

Nach Großeinsatz der Polizei: Dritter Verdächtiger festgenommen [Aktualisierung] Brutaler Überfall auf Juwelier in Amberg

Überfall am helllichten Tag: Drei Unbekannte haben am Montagvormittag in einem Juweliergeschäft in der Unteren Nabburger Straße Armbanduhren im Wert von circa 50 000 Euro erbeutet. Gut eine Stunde später nahm die Polizei in Bahnhofsnähe zwei Verdächtige fest.

von Kristina Sandig Kontakt Profil

Die Untere Nabburger Straße ist menschenleer, die Polizei hat sie zwischen der Fußgängerzone und der Paulanergasse abgesperrt. Trassierbänder sind gespannt, Polizeiautos stehen quer, Polizisten erklären den Bürgern, dass sie eben nicht in die Straße abbiegen dürfen. Der Grund: Auf einen Juwelier wurde ein brutaler Raubüberfall verübt.

Gegen 10.20 Uhr betreten drei Männer das Geschäft und bedrohen den Inhaber mit einer Waffe. Sie schlagen den 66-Jährigen nieder und fesseln ihn. Seine Frau, die einen angrenzenden Laden betreibt, hört die Hilferufe. Bevor die 63-Jährige einen Notruf absetzen kann, bemerkt einer der Täter sie, wirft sie zu Boden und fesselt sie ebenfalls. Mit Armbanduhren im Wert von circa 50 000 Euro entkommen die Täter.

Eine Großfahndung nach den brutalen Räubern läuft an, ein Polizeihubschrauber aus Roth kreist längere Zeit über der Stadt. Ungläubig stehen die Menschen an den Absperrungen, sie können es nicht fassen, dass "mitten am helllichten Tag" ein so brutaler Raubüberfall verübt wurde.

Eine Frau aus einem schräg gegenüberliegenden Laden hatte Schreie von der Straße gehört. Dann sei auch schon eine Passantin im Geschäft gewesen und habe unter Tränen gesagt, sie habe soeben dem Juwelier die Mundfessel abgemacht. Der 66-jährige Geschäftsmann erleidet bei dem Überfall mittelschwere Verletzungen und wird ambulant im Klinikum versorgt. Seine Frau wird leicht verletzt.

Bereits kurz nach der brutalen Tat hatte die Polizei die Bürger gewarnt. Wer die Verdächtigen sehe, sollte sich ihnen nicht nähern, sondern sofort den Notruf 110 wählen, da die Täter bewaffnet sind. Am Abend teilt das Präsidium in Regensburg dann mit, dass bereits gegen 11.30 Uhr zwei Tatverdächtige in der Nähe des Bahnhofs festgenommen worden seien. Hinter den Gleisen suchten am Nachmittag Bereitschaftspolizisten den Grünstreifen ab, auch zwei Mantrailer-Hunde der Nürnberger Polizei, spezialisiert auf die Personensuche, waren im Einsatz.

Laut einer Personenbeschreibung der Polizei sind die Männer circa 20 bis 25 Jahre alt und 1,80 bis 1,85 Meter groß. Sie haben kurze dunkle Haare. Einer war mit einem hellgrauen Trainingsanzug mit Kapuze, möglicherweise der Marke Adidas, bekleidet, und trug eine Brille. Der zweite Täter hatte eine dunkle Hose und eine dunkle Jacke an, ein dunkles Baseballcap und eine Sonnenbrille auf. Der Dritte war mit einer dunklen Hose und einer dunklen Sweatjacke mit Kapuze bekleidet. Er hatte ebenfalls eine Brille auf.

Wer Verdächtiges bemerkt hat oder Kleidungsstücke findet, die mit dem Überfall im Zusammenhang stehen könnten soll sich bei der Kripo (09621/890-0) melden.

Dritter Verdächtiger festgenommen

Nach dem Raubüberfall auf einen Juwelier in Amberg hat die Polizei noch am Montagabend einen dritten Tatverdächtigen festgenommen. Eine Streife griff den Mann gegen 17.15 Uhr in Schmidmühlen auf. Bei den drei Verdächtigen handelt es sich nach Angaben von Peter Merold, Sprecher des Polizeipräsidiums Regensburg, um litauische Staatsangehörige im Alter von 19 bis 35 Jahren. Die Männer haben nach bisherigen Ermittlungen keinen Bezug zur Region. Bisher fehlt sowohl die Beute, mehrere Armbanduhren im Wert von 50.000 Euro, als auch die Waffe, mit der die Räuber den Juwelier bedroht hatten. Die mutmaßlichen Täter werden heute im Laufe des Tages einem Ermittlungsrichter vorgeführt. (san)

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