Nach Regenschauer geht Fliegerfest wie geplant über die Bühne
Amberg geht in die Luft

Bild: Hartl
 
Bild: Hartl

Am Samstagfrüh hatten die Organisatoren des Flugfestes um Jörg Pfab noch sorgenvoll in den Himmel geschaut. Regen strömte in großer Menge herab. Doch noch am Vormittag klarte es auf, die Piste trocknete rasch ab und so konnte das Programm an beiden Tagen wie geplant über die Bühne gehen.

In diesem Jahr hatten es die Amberger Flieger nicht einfach. Durch die Verlegung des Bergfestes rutschte automatisch auch der Termin des Flugfestes um eine Woche nach hinten. Das brachte den ein oder anderen Piloten, der normalerweise mit seiner Maschine zu Gast ist, in enorme Terminschwierigkeiten und so fehlte in diesem Jahr beispielsweise die gerne für Rundflüge eingesetzte Broussard aus Frankreich, die bereits andernorts für diesen Termin gebucht war.

Das tat dem Spaß aber überhaupt keinen Abbruch. Denn außer, dass man bei Amberger Flugfest gerne mal Nackenschmerzen vom Schauen bekommt, fehlte es auch in der aktuellen Auflage nicht an Sensationen. So zeigte die Doppedecker-Staffel aus Landshut auf den zum Teil über 80 Jahre alten Bücker-Maschinen aus Holz und Leinwand, warum die Kunstflugpiloten einst auf die "Stradivari der Lüfte" gesetzt haben.

Tollkühne Doppeldecker

Das Trio aus Landshut demonstrierte zunächst gepflegten Formationsflug, bevor es an butterweich geflogene Figuren ging. Das schaut heutzutage ganz anders aus, wie am Sonntag Henry Bohlig auf seiner Extra 300 demonstrierte. Spektakulär jagte er seine Maschine über den Himmel und verursachte zahlreiche Ahs und Ohs unter den Zuschauern. Dass es aber auch ohne Motor geht, das zelebrierte der vereinseigene Segelkunstflieger Walter Schmidt, der die einsitzige Pilatus B4 mit bunt rauchenden Tragflächen über den Himmel zauberte.

Kaum hatte er den Boden berührt, musste er auch schon in den Zweisitzer einsteigen und seine Fluggäste auf eine kleine Kunstflugreise mitnehmen. Denn einige Besucher wollten es einfach wissen: Sie buchten einmal Segelkunstflug mit Walter Schmidt. Aber auch für die etwas vorsichtigeren Zeitgenossen gab es reichlich Gelegenheit, sich in die Lüfte zu erheben. Ob mit dem Motorsegler oder der normalen Motormaschine, dem Hubschrauber oder dem Gyrokopter - mitfliegen war in vielen Variationen möglich.

Oder einfach nur schauen, was es drunten in Rammertshof zu sehen gab. Beispielsweise auch die Vorführungen der Modellflieger. Garantierte Nackenschmerzen eingeschlossen.


Was fasziniert Sie an einer 80 Jahre alten Maschine?Stradivari der Lüfte als Attraktion

Amberg. (ass) Von den beiden Bücker Jungmeister existierten nur noch die Gerippe, als sie die LA Barnstormer aus Landshut in ihren Besitz bekamen. Heute bilden die beiden Doppeldecker aus den 30er Jahren gemeinsam mit einem Nachbau einer Bücker Jungmann ein exklusiver Dreigestirn der Lüfte, das in diesem Jahr erstmals beim Flugfest zu sehen war. Einer der Piloten, Oliver Heupel, erklärt, was es mit diesen Maschinen auf sich hat.

Für uns Laien mal erklärt: Wer oder was ist eine Bücker Jungmeister, mit der Sie gerade eine eindrucksvolle Show in den Himmel gezaubert haben?

Oliver Heupel: Die Bücker Jungmeister ist eine Kunstflug- und Schulmaschine aus den 30er Jahren. Wir haben unsere beiden in drei Jahren wieder aufgebaut und irgendwann beschlossen, mit diesen beiden und der Jungmeister wieder Kunstflug zu machen. Die Bücker Jungmeister wird von einem Siemens-Halske Motor mit 160 PS angetrieben und verbraucht rund 40 Liter Benzin in der Stunde.

Die Maschinen sehen sehr schwerfällig und kompliziert zu fliegen aus. Ist das auch in der Realität so?

Heupel: Überhaupt nicht. Die lassen sich hervorragend beherrschen. Nicht umsonst werden die Jungmeister auch als Stradivari der Lüfte bezeichnet. Das waren in den 30er Jahren die führenden Kunstflugmaschinen überhaupt.

Und was bedeutet die Aufschrift Liesel Bach auf der einen Jungmeister?

Heupel: Liesel Bach wurde mit dieser Maschine im Jahr 1937 Europameisterin im Kunstflug. Ehrlicherweise muss man sagen, dass Liesel Bach ihre Maschine dann aber irgendwann kaputt gemacht hat.
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