Nach unkontrollierter Vermehrung ist das Tierheim der letzte Rettungsanker
53 Kaninchen suchen ein Zuhause

Sieben (etwas gestutzte) Langhaarkaninchen sind noch im Amberger Tierheim und können vermittelt werden. Der Rest der Kaninchen-Großfamilie wurde auf sieben Tierheime in ganz Bayern verteilt. Bild: Steinbacher

Das hätte das Amberger Tierheim alleine überfordert, doch mit Hilfe von anderen Tierfreunden war es zu schaffen: 53 Kaninchen mussten innerhalb kürzester Zeit untergebracht werden. Sie stammten von einer Familie aus dem südlichen Landkreis Amberg-Sulzbach, wo sich die Population innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren durch unkontrollierte Vermehrung aus einem Bestand von ursprünglich drei Tieren um Rammler Heinzi entwickelt hatte.

Jetzt sollten alle weg, weil die Besitzer sich überfordert sahen. "Alleine wären wir hilflos gewesen, wir haben ja keine Quarantäne für so viele Kleintiere", erzählt Sabine Falk, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Doch die fränkischen Hilfsorganisationen "Kaninchenhilfe" und "Kaninchenhoffnung" seien eingesprungen, hätten drei Tage lang die Tiere aus dem Gelände geholt und sie auf die Tierheime Erlangen, Feucht, Forchheim, Hof, Ingolstadt, Reutlingen und Oberndorf verteilt. "Ich bin allen sehr dankbar, die uns da unterstützt haben", sagt Sabine Falk. Sieben Langhaarkaninchen hat das Amberger Tierheim behalten. Sie sind zu vermitteln (09621/82600). "Die sind nicht krank", weiß Sabine Falk. "Aber sie waren recht verfilzt. Wir haben sie deshalb etwas gestutzt."

Sündenbock?

Von Markus Müller

Rammler Heinzi gilt als der Urvater der 53-köpfigen Kaninchen-Population, die jetzt abgegeben wurde. Heinzi taugt aber nicht als Sündenbock. Er hat nichts falsch gemacht, sondern nur das, was man von seinesgleichen erwartet: für Nachwuchs sorgen. Die Halterfamilie hätte es in der Hand gehabt, das Problem nie entstehen zu lassen. Es ist okay, Heinzi mit weiblichen Kaninchen zusammen zu halten, aber dann muss man ihn schleunigst kastrieren. Sonst kommt alle vier Wochen ein neuer Wurf, und es entsteht eine Massenhaltung, die weder Tieren noch Besitzern gefallen kann. Schon ein kleines bisschen Verantwortungsbewusstsein verhindert Tierleid.
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