28.08.2017 - 10:54 Uhr
Oberpfalz

Nach Verwirrspiel wegen Kindergarten-Grundstück Haussegen hängt gewaltig schief

Bis hierher und nicht weiter. Das ist die eindeutige Botschaft von rot-weiß gestreiften Absperrbändern. Eines zieht sich durch den Außenbereich des Christkönig-Kindergartens. Offenbar ist auch der Elternbeirat gemeint.

Obwohl die Diözese von einem "schwebend unwirksamen" Verkauf eines rund 650 Quadratmeter großes Teilgrundstück des Außenbereichs der Kindestagesstätte Christkönig (rechts im Bild) spricht, hat die Pfarrei als Hausherr das Areal seit Wochen mit einem rot-weißen Trassierband geteilt. Die Kinder dürfen nur noch auf der dem Gebäude zugewandten Seite (links) spielen, moniert der Elternbeirat. Bild: Wolfgang Steinbacher
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Sämtliche Versuche, so Gremiumsmitglied Evi Dirmeier-Gaßner, mit Pfarrer Markus Brunner und der Kirchenverwaltung in ein konstruktives Gespräch zu treten, seien seit Wochen abgeblockt worden oder im Sand verlaufen. Auch ein Brief sowie Mails an Bischof Rudolf Voderholzer und Generalvikar Michael Fuchs hätten außer freundlichen Eingangsbestätigungen keine greifbaren Ergebnisse gebracht. Der Segen zwischen dem Elternbeirat des Christkönig-Kindergartens und dem Träger Pfarrei St. Georg hängt seit Wochen gewaltig schief.

Käufer nehmen Abstand

Anfang Juli waren sechs Elternbeiräte über die AZ (www.onetz.de/1763401) an die Öffentlichkeit getreten, weil sie befürchteten, dass die Kirchenstiftung rund 650 Quadratmeter des Außenbereichs des Kindergartens als Baugrundstück verkaufen wollte. Just in diesem Moment hatte der Notartermin aber schon stattgefunden. Die Aufregung war groß. Der Elternbeirat, der rund 90 Unterschriften gegen diesen Handel gesammelt hatte, sah sich übergangen, Pfarrer Markus Brunner zu Unrecht angegriffen und sogar öffentlich diffamiert. Kurz darauf zeichnete sich eine mögliche Wende ab. Die Käuferfamilie erklärte, aus dem Vertrag wieder aussteigen zu wollen, weil sie "von dem ganzen Rummel keine Kenntnis" gehabt hätte (www.onetz.de/1764489). "Sie fühlen sich jetzt getäuscht", erklärte damals der Rechtsanwalt Martin Asmus von der Kanzlei Donhauser für seine Mandantschaft.

"Keine Auskunft mehr"

Rechtliche Probleme sah er kaum, da das Ordinariat zum damaligen Zeitpunkt die nötige Zustimmung zu dem Verkauf noch nicht erteilt habe. Das ist bisher offenbar auch nicht geschehen. Bistums-Pressesprecher Clemens Neck beschreibt den Kauf auf Nachfrage als "schwebend unwirksam" und ein "im konkreten Fall noch laufendes Verfahren". Asmus erklärte hingegen: "Dazu kann ich keine Auskunft mehr erteilen."

Kurz vor Beginn des neuen Kindergartenjahres nach den Sommerferien ist der Elternbeirat um die Zukunft der Einrichtung besorgter denn je. Pfarrer Markus Brunner hatte den Grundstücksverkauf als unverzichtbaren Beitrag zur Zukunftssicherung von Christkönig dargestellt. Die Betreuungseinrichtung - das steht außer Zweifel - muss in wenigen Jahren baulich saniert werden. Der Verkaufserlös, so Brunner, soll der finanzielle Grundstock dafür sein.

Die Eltern befürchten hingegen das Schlimmste und schildern ihre Bedenken in einer E-Mail an Generalvikar Michael Fuchs. Demnach hat sich die Diözese neue Richtlinien über die Anzahl von Kindergartengruppen in der Trägerschaft von Pfarreien gegeben (www.onetz.de/1775095). St. Georg liegt deutlich darüber. Der Generalvikar wird deshalb gefragt: "Ist eine Abgabe der Trägerschaft bei der Kindertagesstätte Christkönig vor dem Hintergrund der mittelfristig notwendigen Generalsanierung angedacht?"

Warten auf Antwort

Aus der Luft gegriffen ist diese Mutmaßung nicht. Es gibt nämlich einen konkreten Bezugsfall in der Pfarrei St. Georg. Er heißt Kindergarten St. Sebastian. "Auch hier wurde noch vor dem Trägerwechsel ein Teilgrundstück (Fußballwiese und Parkplatz) abgespalten und verkauft!", heißt es in dem Schreiben vom 6. August nach Regensburg. Eine belastbare Antwort haben die Eltern laut Dirmeier-Gaßner bisher weder von der Diözese, der Pfarrei oder der Kirchenstiftung erhalten. (Angemerkt)So einfach ist es nicht

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