05.03.2018 - 20:00 Uhr

Neue Wege suchen und gehen Eltern und Lehrer als Partner

Die Kirche oder ein Orden als Träger einer Schule, das gibt es nicht nur in Amberg. Vor dem christlichen Hintergrund machen sich Eltern und Lehrer Gedanken, wie sie zum Wohle der Kinder besser miteinander arbeiten können. Nicht nur, wenn es um den Verkauf von Semmeln und Kuchen bei Schulfesten geht.

"Heranwachsende müssen lernen, in dieser absolut vernetzten Welt erfolgreich zu leben und zu überleben." Zitat: Andy Schweiger, Managing Director, Cyber Security Services bei TÜV-Süd
von Externer BeitragProfil

Die Elternvereinigung an den Gymnasien und Realschulen der Orden und anderer freier katholischer Schulträger in Bayern - kurz EVO - hatte zur Jahresversammlung in die Dr.-Johanna-Decker-Schulen eingeladen. Im vergangenen Schuljahr war mit Tanja Schleicher, der Elternbeiratsvorsitzenden des Decker-Gymnasiums, eine Amberger Vertreterin in den EVO-Vorstand gewählt worden. Schleicher war es auch, die mit Unterstützung ihrer Kollegen aus dem Gremium dieses bayernweite Treffen organisiert hatte.

Günter Jehl, der Leiter der Decker-Schulen, eröffnete die Tagung zusammen mit Ernst Fricke (Landshut), dem Vorsitzenden des EVO-Vorstands. Es folgte ein Vortrag von Michaela Gläser-Zikuda, die an der Nürnberger Universität den Lehrstuhl für Schulpädagogik innehat.

Verändertes Familienbild

Sie stellte den Stand des Projekts "Erziehungsgemeinschaft an katholischen Schulen" dar, das sie wissenschaftlich begleitet. Diese vom Katholischen Schulwerk Bayern initiierte Unternehmung geht davon aus, dass das veränderte Familienbild, die zunehmenden Anforderungen und Überforderungen, die sowohl an Familien als auch an Schulen gestellt werden, dazu herausfordern, in der Erziehungsgemeinschaft von Eltern und Schule neue Wege zu suchen und zu gehen. Es gehe für Schulen darum, konstruktiv und kreativ innovative und nachhaltige Veränderungen im Umgang mit Eltern und Schülern anzustreben. Der Freitag klang mit Auftritten der DJD-Tänzerinnen, der Schulband und einem von Heidrun Schötz initiierten Life-Kinetik-Workshop aus

Die Vorträge, die am Samstag nach einem ökumenischen Gottesdienst begannen, leitete der Direktor des Katholischen Schulwerks Bayern, Andreas Hatzung, mit einer kurzen Ansprache ein, in der er Papst Franziskus zitierte. In einer Begründung, warum er die Schule liebe, sagte der Papst: Schule sei "ein Ort der Begegnung auf dem Weg", sie sei wichtig als Ergänzung zur Familie. Schule und Familie müssten "im gegenseitigen Respekt zusammenarbeiten".

Werner Sacher, der laut EVO-Programm "renommierteste Elternarbeitsforscher Bayerns", bis 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Schulpädagogik an der Universität Erlangen-Nürnberg, sprach zum Thema "Elternarbeit konstruktiv wahrnehmen und gestalten". Er begann mit einer Analyse des Begriffs Elternarbeit. All zu oft bestehe die Kooperation zwischen Schulen und Eltern darin, dass Mütter und Väter eben für die Schule arbeiteten, und zwar in dem Sinne, dass sie sich bei Schulfesten und anderen Veranstaltungen für Catering-Aufgaben zur Verfügung stellten. Demgegenüber stellte er klar: "Nur partnerschaftliche Elternarbeit ist wirklich erfolgreich."

Mehr Transferdenken

Der zweite Vortrag war dem Thema "Digitalisierung als Aufgabe für die ganze Schulfamilie" gewidmet. Es referierte Andy Schweiger aus München, der an Sicherheitskonzepten für das Internet arbeitet. Er sagte, dass die Digitalisierung an sich nicht mehr das Thema sei. Vielmehr dieses: "Heranwachsende müssen lernen, in dieser absolut vernetzten Welt erfolgreich zu leben und zu überleben." Schweigers Überzeugung nach ist es höchste Zeit, das digitale Training in Gang zu bringen. Unternehmen, Lehrer und Schüler müssten besser vernetzt werden, damit Synergie-Effekte genutzt werden: "Schüler müssten mehr zum Transferdenken ermutigt werden."

Heranwachsende müssen lernen, in dieser absolut vernetzten Welt erfolgreich zu leben und zu überleben.Andy Schweiger, Managing Director, Cyber Security Services bei TÜV-Süd

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.