13.12.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Neuer Notfallstandort Hirschau schließt Lücke Ärztemangel betrifft auch Notarzt-Dienst

Mit dem neuen Notfallstandort in Hirschau kann der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Amberg, der für Amberg, Amberg-Sulzbach und Schwandorf verantwortlich zeichnet, eine nahezu lückenlose Abdeckung mit Notärzten vorweisen.

Der Dienst als Notarzt ist anstrengend und oft sehr langwierig. Deshalb wollen viele der teilnehmenden Ärzte lieber von daheim aus zum Einsatz fahren. Bild: Hartl
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Leitender Notarzt Dr. Torsten Birkholz zeigte sich in dieser Hinsicht am Dienstag in der Verbandsversammlung im Amberger Rathaus durchaus zufrieden. "Landesweit kommen wir inzwischen auf über 98 Prozent", so sagte er. Auf der anderen Seite hätten auch die Notärzte mit dem Problem des allgemeinen Ärztemangels auf dem flachen Land, der reduzierten Bereitschaft der Kollegen, sich bei Wind und Wetter zur Verfügung zu stellen und einer uneinheitlichen Ausstattung der eingesetzten Fahrzeuge zu kämpfen. "Unser Ziel ist es hier, für ganz Bayern ein einheitliches Modell der Notarztwagen zu erreichen, die völlig identisch bestückt sind."

Neue Vorgaben

Nun gibt es aber laut Birkholz inzwischen geänderte gesetzliche Grundlagen, die eine verstärkte Anbindung des Rettungsdienstes an eine Klinik forcieren. "Amberg, Burglengenfeld und Sulzbach-Rosenberg sind ja ein Erfolgsmodell", stellte Birkholz fest. Mit Oberviechtach und Schwandorf müsse noch in die entsprechenden Planungen gegangen werden. Was sich in der Versammlung in einem entsprechenden Beschlussvorschlag niederschlug.

Mit dem war allerdings Dr. Alexander Ried, der in Oberviechtach unter anderem als Notfallmediziner arbeitet, nicht einverstanden. Denn tatsächlich sei es doch beispielsweise in Oberviechtach so, dass die Notärzte als sogenannte Selbstfahrer unterwegs seien. Was nichts anderes bedeutet, dass sie von daheim aus zum Einsatzort fahren.

Werde so ein Arzt nun dazu gezwungen, sich während seines Notdienstes im Krankenhaus aufzuhalten, sinke seiner Ansicht nach die Bereitschaft und den Kollegen, sich dafür zur Verfügung zu stellen. Oder aber es müssten für die einzelnen Ärzte Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. "Wenn wir aber mit der Ausnahme als Regel planen, ergibt das doch keinen Sinn." Ähnlich sah es auch Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling. "Ein Selbstfahrer setzt sich doch nicht ins Krankenhaus - das ist ein Krampf", stellte er nüchtern fest.

Am Ende Kompromiss

Am Verbandsvorsitzenden, Ambergs OB Michael Cerny, lag es dann, diesen Knoten zu durchschlagen und die gewünschte Formalie mit der Realität unter einen Hut zu bringen. "Wir müssen es einfach so einrichten, dass die Versorgung sichergestellt ist", sagte er und änderte die Beschlussvorlage entsprechend ab.

Sein Kompromiss fand dann auch das einstimmige Votum aller Verbandsmitglieder.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.