Neues bei der Pflegeversicherung
Experte spricht von Fortschritt

Stefan Güthlein und Hugo Schäferling (von links, beide Knappschaft) trafen sich mit Personalamtsleiterin Renate Preuß, Organisatorin Eveline Süß und Personalreferent Bernhard Mitko. Bild: hfz

Was ändert sich zum 1. Januar in der Pflegeversicherung? Die Stadt lud ihre Mitarbeiter zu einer Infoveranstaltung mit der Knappschaft ein. Eine Erkenntnis: Künftig wird der ganze Mensch in die Bewertung einbezogen.

Amberg. Über die Neuerungen des Pflegestärkungsgesetzes II informierte der Pflegeberater der Krankenkasse, Stefan Güthlein. Außerdem standen der Firmenkundenberater der Knappschaft, Hugo Schäferling, sowie die Leiterin des städtischen Personalamts, Renate Preuß, als Ansprechpartner zur Verfügung.

Güthlein hatte laut einer Pressemitteilung ein praktisches Beispiel gewählt, um seinen Zuhörern die wichtigsten Änderungen zur Pflegeversicherung zu erläutern. Ausgehend davon stellte er die neuen fünf Grade vor, die ab 1. Januar die alten drei Pflegestufen ablösen und damit vor allem die jetzige Stufe Null und die Härtefallregelung reformieren. Außerdem zeigte der Pflegeberater aus Amberg die umfassenden Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung auf, die im Falle einer Bedürftigkeit in Anspruch genommen werden können und künftig deutlich höher ausfallen werden.

Dabei ging Güthlein detailliert auf die grundlegend veränderte Begutachtung ein, die nach den Kriterien Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen erfolgt. In dem Redebeitrag ging es ebenfalls um Selbstversorgung, Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen sowie Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte.

"Deutliche Verbesserung"

Auch die Punkte außerhäusliche Aktivitäten und Hauswirtschaft werden seiner Ankündigung zufolge im Gutachten dargestellt, nicht jedoch bei der Berechnung des Pflegegrades berücksichtigt. Zusammenfassend hatte der Pflegeberater mehrere zentrale Punkte ausgemacht, die nach seinen Worten insgesamt zu einer deutlichen Verbesserung führen.

So werde der Pflegebedürftige künftig ganzheitlich bewertet, was insbesondere Demenzpatienten einen besseren Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung eröffne. Zudem sei das neue Verfahren einfach strukturiert, das Nebeneinander von engem Pflegebedürftigkeitsbegriff und Einschränkungen in der Alltagskompetenz werde vermieden.

Nicht zuletzt verzichte es auch auf den Kritikpunkt der Vergangenheit, Minuten einzeln festlegen und erfassen zu müssen. Bei der Betrachtung des Eigenanteils an den Kosten im Heim kam der Berater zu dem Schluss, dass die Selbstbeteiligung bei geringeren Einstufungen steigen, bei höheren Stufen eher sinken werde. Bezogen auf die Pflegeperson bringe die Reform deutliche Verbesserungen mit sich, denn dieser erhalte eine bessere soziale Absicherung: "Durch die Einführung der neuen Pflegegrade werden in Zukunft für mehr pflegende Angehörige Rentenbeiträge entrichtet." So könnten pflegende Angehörige nun bereits ab Pflegegrad 2 - der bisherigen Stufe 1 - Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge erhalten. Auch werde die erforderliche Mindestpflege von 14 auf 10 Stunden abgesenkt.

Angebote für Mitarbeiter

Personalamtsleiterin Renate Preuß erläuterte, welche Möglichkeiten städtische Beschäftigte konkret nutzen können, um ausreichend Zeit für die Pflege ihrer Angehörigen zu haben. Dabei bietet das Rathaus für Arbeitnehmer und Beamte eine Vielzahl individueller Lösungen an, die von Telearbeit und Sonderurlaub über die Inanspruchnahme eines zinslosen Gehaltsvorschusses und die Gleitzeitnutzung bis hin zu individuellen Zeitmodellen reichen.
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