02.02.2017 - 16:28 Uhr
Oberpfalz

Neues Institut an der OTH Amberg-Weiden Energiewende 4.0

Die Waschmaschinen schalten sich nur ein, wenn der Wind weht. Bei Sonnenschein gibt es den Strom für E-Autos zum Sparpreis. So könnte das Stromnetz der Zukunft funktionieren. An der OTH Amberg-Weiden gibt es jetzt eine Einrichtung, die solche Ansätze weiterentwickeln soll.

Professor Dr. Markus Brautsch (links) ist der Energietechnik-Vorreiter an der OTH Amberg-Weiden. Maximilian Conrad (Mitte) und Tobias Eder leiten das neu gegründete Institut. Bild: Hartl
von Uli Piehler Kontakt Profil

Das Projekt passt gut zur Initiative "Deutschland - Land der Ideen". Es könnte eine Blaupause für das Leben von morgen entwerfen. "Das Institut für Energieinformatik (IEI) hat die Aufgabe, die Digitalisierung der Energiewende voranzutreiben", sagte die Präsidentin der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden, Professor Dr. Andrea Klug, am Donnerstag beim offiziellen Gründungsakt. Die Einrichtung in Amberg gehört bundesweit zu den Pionieren des Themengebietes.

Kompetenzen verheiratet

Albert Füracker, Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium, verspricht sich von der Gründung des IEI deshalb auch einen "Innovationsschub für die ganze Oberpfalz". Das neue Institut werde ein weiterer Baustein für die Attraktivität des Forschungs- und Wirtschaftsstandortes Amberg-Weiden sein. Der CSU-Politiker sah auch die Staatsregierung durchaus in der Pflicht: "Ich wäre sehr glücklich, wenn die Energiewende neuen Schwung erhielte und nicht dauernd von der Debatte über steigende Strompreise geprägt wäre." Das IEI führt die Kompetenzen zweier bereits bestehender Einrichtungen zusammen. Mit der Gründung wurden quasi das Institut für Energietechnik (IfE) in Amberg und die Eniano GmbH - eine Ausgründung der Technischen Universität München - verheiratet. Die Amberger bringen ihr Wissen im Bereich Energietechnik ein, die Münchner ihr Know-how in Sachen Informationstechnologie. Folglich startet das IEI zunächst als Zwei-Mann-Betrieb. Hinter der als GmbH agierenden Einrichtung stehen die beiden Geschäftsführer Maximilian Conrad (Amberg) und Tobias Eder (München).

Den Aufschlag für Forschungen und Praxistests wollen die Wissenschaftler zusammen mit den Kommunen machen, wie Eder verdeutlichte. "Bei den bayerischen Stadtwerken ergeben sich viele Ansatzpunkte für unsere Arbeit", sagte er. Es gehe darum, Maschinen und Geräte von Energieversorgern und -verbrauchern so miteinander zu vernetzen, dass sie sich selbst steuern. Dabei sei natürlich die Datensicherheit von enormer Bedeutung. "Hier gibt es erheblichen Nachholbedarf, nicht nur bei den Kommunen", erklärte der Geschäftsführer.

Neuer Studiengang

Oberbürgermeister Michael Cerny lobte das Vorhaben, die Städte und Gemeinden einzubeziehen. Erneuerbare, dezentrale Energieversorgung sei nach wie vor eines der Mega-Themen der Zukunft. "Da ist es gut, wenn nicht nur die Großkonzerne wissen, wie das geht, sondern auch die Kleinen."

Die OTH legt im Sommer mit einem neuen Studiengang nach. Das Konzept werde gerade noch mit den zuständigen Stellen im Wissenschaftsministerium abgestimmt, sagte Vizepräsident Professor Alfred Höß. Aber einen Arbeitstitel gibt es bereits: Industrie 4.0. Das neue Studienangebot gehöre zum Fachbereich Angewandte Informatik. Der Start ist für das Wintersemester 2017/2018 geplant. (Angemerkt)

Drei Fragen

Einer der beiden Geschäftsführer des neuen Instituts für Energieinformatik ist Maximilian Conrad (31), ein Absolvent der OTH.

Herr Conrad, Sie haben ja eine steile Karriere vom Studenten zum Institutsleiter hingelegt.

Maximilian Conrad: Auf Basis der guten Ausbildung an der OTH hat sich das Schritt für Schritt ergeben. Ich habe 2010 mein Studium abgeschlossen und gleich am Institut für Energietechnik weitergearbeitet.

Stammen Sie aus der Gegend?

Ich bin in Nürnberg aufgewachsen und wegen des Studiums nach Amberg gezogen, wohne jetzt aber sehr gerne hier.

Wo sehen Sie das neue Institut in fünf Jahren?

Wenn es einen ähnlichen Aufschwung nimmt wie die anderen OTH-Einrichtungen, bin ich sehr zufrieden. Das Institut für Energietechnik hat mit wenigen Leuten angefangen. Jetzt sind es 30. (upl)

Hier gibt es erheblichen Nachholbedarf, nicht nur bei den Kommunen.IEI-Geschäftsführer Tobias Eder zum Thema Datensicherheit
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