22.03.2018 - 14:26 Uhr

Neues von der Neuen Münze: Pläne müssen umgezeichnet werden Abriss muss weiter warten

Die Pläne zur Neuen Münze müssen umgezeichnet werden. In welchem Umfang und mit welchen Folgen für das Projekt, darüber wird derzeit intensiv verhandelt.

Bislang rührt sich nichts in dem Storg-Gebäude, das abgerissen werden soll.
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Als "sehr konstruktiv" beschreibt Oberbürgermeister Michael Cerny die bisher gelaufenen Gespräche. Sie sind eingebettet in die bei der Regierung der Oberpfalz laufende fachaufsichtliche Überprüfung der im Juli 2017 erteilten Baugenehmigung für das lokalpolitisch sehr bedeutsame Projekt. Die Neue Münze, die an die Glanzzeiten des vor mehr als zehn Jahren untergegangenen Forum-Kaufhauses anknüpfen soll, steht im Mittelpunkt der Bemühungen zur Wiederbelebung der östlichen Altstadt.

Spätestens mit der Erteilung der Baugenehmigung, die einen Teilabriss des unter Denkmalschutz stehenden Gesamtkomplexes Bahnhofstraße 10/12 vorsieht, war bei einigen Ambergern heftige Kritik an dem Projekt laut geworden. Eigentümer des weitläufigen Komplexes ist die 100-prozentige kommunale Tochter Gewerbebau. In ihrem Bestreben, die Immobilie für Investoren interessant zu machen, verfolgt sie Pläne, die den kompletten Abriss und eine Aufstockung des Traktes mit der Hausnummer 12 vorsieht. Die Nummer 10 - ein Barockpalais mit Rokoko-Elementen - soll weitestgehend erhalten bleiben, im rückwärtigen Innenhof ist der Abriss des östlichen Seitenflügels vorgesehen.

Landesamt vor Ort

Der Denkmalschutz hatte von Beginn an diesen Plänen seine Zustimmung verweigert, sie als "nicht tragbar" kritisiert und nach der Erteilung der auf Investoren-Bedürfnisse zugeschnittenen Baugenehmigung bei der Regierung der Oberpfalz deren fachaufsichtliche Überprüfung veranlasst. Inzwischen haben mehrere Abstimmungsgespräche stattgefunden. Auch vor Ort, wie Cerny betonte. Seiner Einladung nach Amberg sei der Leiter des Landesamts für Denkmalpflege, Mathias Pfeil, vor wenigen Wochen gefolgt und es habe "ein besseres Verständnis für den Handlungsbedarf und die Nutzungsvorstellungen der Stadt erzielt" werden können.

Um was es im Detail geht, darüber hält sich die Auskunftsfreude in deutlichen Grenzen. Karlheinz Brandelik, Geschäftsführer der Gewerbebau, bestätigte, "dass das bauliche Konzept hinsichtlich der Fassadengestaltung zur Bahnhofstraße und zum Innenhof sowie der Höhe einen wesentlichen Punkt bei der Lösungssuche zwischen den Fachstellen darstellen". Das kann inhaltlich sehr viel, aber auch nur recht wenig bedeuten. Denn von der Geschosshöhe wie -anzahl ist die künftige Nutzung der Immobilie und damit deren Lukrativität sowie Rentabilität für Investoren entscheidend abhängig. Das momentane Nutzungskonzept sieht im Erdgeschoss eine großflächige Ebene für den Handel und darüber Büro- und Dienstleistungseinheiten vor.

Tektur wahrscheinlich

Der OB wird deshalb nicht müde zu betonen, "die Anregungen des Landesamts (...) auch mit den potenziellen Mietern" zu diskutieren. Denn "eine Tektur des Bauantrags ist wahrscheinlich", räumt Cerny ein und sieht darin "die Möglichkeit einer weiteren Optimierung der Planung". Laut Baureferent Markus Kühne liegt seinem Haus "bisher kein Tekturantrag" vor. Es muss also offen bleiben, inwieweit sich das Projekt Neue Münze vor dem Hintergrund der noch nicht abschließend entschiedenen Überprüfung der Baugenehmigung verändern wird. Die Stadt, das versicherte Cerny, werde jedenfalls nicht mit Abbrucharbeiten beginnen, bevor alle Fragen geklärt seien. Diesem Wunsch der Regierung "haben wir zugestimmt".

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Themen-Dossier dazu im Internet:

www.onetz.de/muenze

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