14.04.2011 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Oberpfälzer Schülerzeitungen liefern erstaunliche Qualität - bis das Abitur die Redaktion ... Auch der "EGoist" lebt von seinem Team

Qualitätsjournalismus bieten in der Oberpfalz vor allem "Der Neue Tag", "Amberger Zeitung" und "Sulzbach-Rosenberger Zeitung". Das Monopol darauf hat das Verlagshaus aber nicht - was dessen regelmäßiger Schülerzeitungswettbewerb Jahr für Jahr beweist.

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Sieben Mal hat dieser Wettbewerb seit 2001 stattgefunden - und sieben Mal waren die Redakteure in der Jury überrascht, auf welch hohem Niveau die jungen Hobby-Journalisten arbeiten. Ein Garant für Qualität war dabei oft der "EGoist", den die Schülerredaktion am Amberger Erasmus- Gymnasium ein- bis zweimal jährlich veröffentlicht. Von den sieben Gesamtsiegen hat das "EGoisten"-Team alleine drei geholt.

Nur von den Jugendlichen

Darauf ist Eckhardt Walter durchaus stolz, doch der Lehrer, der die Redaktion betreut, gibt den Ruhm direkt an die Redaktionsmitglieder weiter: "Die ganze kreative Arbeit machen die Schüler selbst." So läuft es auch am Nabburger Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium, wo die Schüler-Redaktion mit ihrem "Schmells good" die Gesamtsieger-Zeitung des Wettbewerbs 2010 produzierte. "Alle Ideen kommen von den Jugendlichen", bestätigt Dr. Anja Wiesner, die die Redaktion betreut. Als Lehrer weise sie höchstens auf mögliche Probleme bei der Umsetzung hin. "Aber wenn die Schüler etwas wirklich machen wollen, dann setzen sie das auch um", sagt sie. So sei es auch beim Hauptthema des nächsten Hefts gewesen, in dem es um "unnütze Dinge" gehen soll.
Auch Walter sieht sich bei der "EGoisten"-Redaktion eher in der Position des Beraters und Antreibers. "Ich muss darauf achten, dass die Fristen eingehalten werden, die Artikel rechtzeitig abgegeben werden." Hinzu komme die Aufgabe, Anzeigenkunden und Sponsoren für den Druck zu finden.

Die Bedeutung, die den Schülern so zukommt, bringt aber auch ein Problem mit sich: Die Schulzeit geht schnell vorbei, die Fluktuation in den Redaktionen ist darum hoch. Vor diesem Problem steht derzeit auch der "EGoist". "Die drei Siege beim Schülerzeitungswettbewerb hat dasselbe Redaktionsteam erreicht", berichtet Walter.

Nachdem diese Kernmannschaft nun vor dem Abitur steht und deshalb etwas kürzer treten muss, gab es zuletzt Probleme. 2010 habe der "EGoist" auch deshalb am Wettbewerb des Verlagshauses "Der neue Tag" nicht teilgenommen. "Wir sind momentan in einer Umbruchphase", erklärt Walter, der derzeit darum bemüht ist, ein neues Redaktionsteam anzuwerben.

Von ähnlichen Problemen weiß auch Wiesner vom Nabburger Gymnasium zu berichten. An beiden Schulen gibt es in diesen Umbruchphasen vor allem Probleme beim Layout. Dafür brauche man besondere grafische Kenntnisse, müsse mit spezieller Software umgehen können, berichten die Pädagogen übereinstimmend. Bis dies perfekt klappt, vergehe nach einer Umbesetzung in der Redaktion immer etwas Zeit.

Als Unterricht anrechenbar

Interessierten Nachwuchs zu finden, fällt der Lehrerin am Schmeller-Gymnasium jedoch etwas leichter als ihrem Amberger Kollegen. In Nabburg können sich die Schüler die Mitarbeit in der Redaktion als Förderunterricht anrechnen lassen. Dieser Förderunterricht ist im Lehrplan für das achtstufige Gymnasium verpflichtend. Deshalb würden sich immer wieder Schüler der unteren Jahrgangsstufen melden und dann auch in der Redaktion bleiben. "Und wenn einer kommt, kommen andere ganz von selbst nach", so Wiesner.

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