Oberpfalz-Medien verleiht Preis
Der regionale Oscar

Schauspielerin und Kabarettistin Christina Baumer. (Foto: exb)

Wenn die Oberpfalz einen Oscar zu vergeben hätte, wer würde ihn gewinnen? Oberpfalz-Medien hat Kulturschaffende und -kenner aus der Region gefragt, wen sie für den „Oberpfalz-Oscar“ vorschlagen würden. Wer hat sich besonders um die Kultur verdient gemacht? Heraus kommt eine Reihe von Musikern, Veranstaltern, Schauspielern, Autoren, Theaterleuten, Museumsleitern oder Kabarettisten. Wir stellen hier die Nominierten vor.

Christina Baumer nominiert



Ganz verwegen schlägt sich die Schauspielerin Christina Baumer selbst für die „Oberpfalz-Oscars“ vor: „Ich bin seit 2010 als Schauspielerin tätig und das immer in Verbindung mit der Oberpfalz.“ Derzeit ist sie auf Tournee mit dem Kabarettabend „Zum Fressen gern!“, in dem sie unter anderem eine oberpfälzische Kellnerin spielt, die natürlich auch oberpfälzisch spricht. In der BR-Theateraufzeichnung „Bäcker braucht Frau“ (Ausstrahlung 4. März im BR) spielt die Oberpfälzer Patriotin Kerstin Dettermeier, eine oberpfälzische Yogalehrerin. Im Fernsehen war Baumer im Münchner Tatort zu sehen. Zuletzt drehte sie für Matula, München 7, einige ZDF-Fernsehspiele, Aktenzeichen XY, ARD-Filme und für die Sky-Serie „Der Pass“.




Als weiteren Kandidaten schlägt Baumer ihren Kollegen Wolfgang Kamm aus Hemau vor. „Er ist ein sehr guter Kabarettist und ein wahnsinnig netter Kollege. Ich habe vor kurzem mit ihm zusammen die BR-Theateraufzeichnung ,Bäcker braucht Frau’ gedreht und er ist einfach toll“, sagt die Tatort-Schauspielerin über ihn. In den 90er Jahren war er kontinuierlich unterwegs um Musik zu machen und in freien Gruppen Theater zu spielen. Seit dem Jahr 2000 ist Kamm immer mehr mit musikkabarettistischen Auftritten unterwegs.

Das „Sündikat“ nominiert



Die 15 Kerle, die alle in Weiden in der Oberpfalz aufgewachsen sind, zur Schule gingen und sich in dieser Stadt zum ersten Mal dem Biergenuss gewidmet haben, wollen nicht egoistisch sein. „Aber am Ende des Tages setzten wir uns ja für die Kultur in der Oberpfalz bzw. den erweiterten Raum Weiden ein“, erklärt Lukas Höllerer die eigene Nominierung für die „Oberpfalz-Oscars“. Und sie wollen die Trophäe gewinnen. „Am Ende ist das ein ,Publikumspreis’ – und da liegt der Hund begraben: Wir leben für unser Publikum, unsere Besucher.“ Die Jungs von der „Sünde“ versuchen immer wieder aufs Neue zu begeistern und abgefahrene, ehrliche, unterhaltsame und vielschichtige Veranstaltungen aufs Parkett bringen. Sie bringen den kulturellen Input, den sie als Studenten, Musiker und Reisende aufgeschnappt haben dahin, wo es ihnen mit am besten gefällt: nach Hause. Mit super viel Energie.




Für eine weitere Nominierung will sich Höllerer stellvertretend für das Team des „Sündikats“ nicht auf eine Person oder Gruppe festlegen: Zum einen schlägt er „Klein & Kunst Weiden“ vor und zum anderen den „Jazz-Zirkel Weiden“.




„Das sind Leute, die ihre Sache mit viel Durchhaltevermögen und Passion seit Jahren betreiben.“

Wolfgang Dersch nominiert



Der Amberger Kulturdezernent freut sich über die Beteiligung am ersten „Oberpfalz-Oscar“. Sein erster Vorschlag gilt Musemsleiter und Künstler Wilhelm Koch, „weil er aus allem was macht. Sogar aus Luft!“, begründet Dersch die Nominierung des Leiters des Luftmuseums.




Als weiteren Kandidaten sieht er den Theatermacher Winfried Steinl. „Er setzt seine Hauptakteure (,dieser bunte Haufen des Jugendclubs des Amberger Stadttheaters’) perfekt in Szene, aber Steinl selbst wirkt bescheiden im Hintergrund.“

Till Rickelt nominiert



Der künstlerische Leiter des Landestheater Oberpfalz (LTO) entschied sich, eine Kandidatin aus dem eigenen Haus sowie einen „externen“ Kandidaten vorzuschlagen, die jeweils in ihrem Bereich seit vielen Jahren kontinuierlich auf hohem professionellem Niveau tätig sind. „Aus den Reihen des LTO möchte ich gerne Doris Hofmann nominieren. Doris ist seit 2010 mit Herz und Seele beim LTO und spielt jedes Jahr nicht nur eine Vielzahl von Rollen, sondern inszeniert auch mit viel Energie Kinder- und Erwachsenenstücke, leitet Jugendclubs und engagiert sich in der Theaterpädagogik in Schulen.“ Ihre Vielseitigkeit und ihr großes Engagement für Theater in der Oberpfalz sei exemplarisch für die Kulturlandschaft und Rickelt ist stolz darauf, Hofmann im Team zu haben.




Als weiteren Kandidaten nominiert der künstlerische Leiter einen externen, wenn auch mit dem LTO verbundenen, Kulturschaffenden: Bernhard Setzwein. „Er ist ein extrem vielseitiger Autor, der die Oberpfälzer Kulturlandschaft mit seinen Romanen, Reportagen und Theaterstücken bereichert und nachhaltig geprägt hat“, sagt Rickelt. Durch zwei Uraufführungen („3165 – Monolog eines Henkers“ und „Später Besuch – Dietrich Bonhoeffer Redivivus“) lernte das Rickelt Setzwein sowohl als klugen und kreativen Theaterautoren, wie auch als überaus herzlichen und sympathischen Menschen kennen.

„Sowohl Doris Hofmann wie Bernhard Setzwein sind Menschen, die mit Leib und Seele künstlerisch tätig sind“, erklärt Rickelt. „Beide Nominierten spielen in meinen Augen Hauptrollen im Oberpfälzer Kulturleben.“

Kathrin Anna Stahl nominiert



„Also, wer für mich schon immer einen Oberpfalz Oscar verdient hat, da er sich soooo engagiert und ambitioniert um seine Schüler kümmert und so viele für Musik und Theater begeistert hat, ist mein ehemaliger, immer noch amtierender Musiklehrer Peter Pollinger (Augustinus Gymnasium, Weiden).“ Der Lehrer und Leiter des Kammerchors Weiden begeisterte auch die Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin. Stahl wuchs in Irchenrieth bei Weiden in der Oberpfalz auf. Nach dem Abitur studierte sie Musiktheater am Richard-Strauss-Konservatorium München und absolvierte parallel eine Schauspielausbildung bei verschiedenen Lehrern der Otto-Falckenberg-Schule.




Ebenso einen Oscar verdient hat ihrer Meinung nach das „Sündikat“. „Die bringen wirklich Kultur in die Stadt! Unfassbar wichtig, gerade in einer Kleinstadt im nicht so einfachen bayerischem Grenzgebiet!“, erklärt sie ihre zweite Nominierung.

Matthias Winter nominiert



Der Trainer und Coach für Stimme und Präsentation lebt seit mehreren Jahren in Leipzig und betrachtet sich selbst deshalb eher als „Außenstehender“. „Ich nominiere das Landestheater Oberpfalz. Ihnen gelingt es durch Projekte wie ,Landkultur’, aus der Leerstand-Situation eine Kunst-Initiative zu kreieren, die bundesweit ausstrahlt. Das ist absolut nachahmenswert!“, erklärt der gebürtige Oberpfälzer. „Auch aufgeführte Stoffe wie Luther im Jubiläumsjahr oder die Leiden des jungen Werther in einer völlig entstaubten Fassung zeigen, dass Oberpfälzer eine künstlerische Botschaft haben“, lobt Winter. Insgesamt wirkte der Unternehmer 23 Jahre an verschiedenen Bühnen, an Schauspielakademien, in Filmen, auf preisgekrönten Hörbüchern als Schauspieler, Dozent, Regisseur und Sprecher, brachte es bis zum stellvertretenden Leiter einer staatlich anerkannten Schauspielakademie. Schon seit seiner Jugend liegt dem ehemaligen LTO-Intendanten die Arbeit an der authentischen Wirkung von Menschen am Herzen.




Seine zweite Nominierung gilt Dieter Lohr aus Regensburg. „Er ist einer der größten privaten Kulturförderer Ostbayerns. Der Inhaber des Lohrbär-Verlags trägt ohne Förderung und mit vollem unternehmerischen Risiko Geschichten der Region hinaus in die Welt“, sagt Winter. Unter Region verstehe Lohr nicht nur die bayerische Literatur- und Schauspielerszene. Auch Böhmen komme zum Zug. „Ein Grenzgänger par excellence, der selbst fleißig tschechisch lernt. Dekuji Dieter!“

Leser entscheiden

Aus all den Vorschlägen, die der Redaktion genannt wurden, dürfen Sie, liebe Leser, online abstimmen, wer den „Oberpfalz-Oscar“ gewinnen soll. Der Kandidat mit den meisten Stimmen erhält den „Oberpfalz-Oscar“ für die beste Hauptrolle, derjenige mit den zweitmeisten Stimmen den Preis für die beste Nebenrolle. Bis Mittwoch, 28. Februar, können Sie hier entscheiden.

Die Aktion ist bereits beendet!

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8 Kommentare
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Irene Kassubek aus Weiden in der Oberpfalz | 24.02.2018 | 09:00  
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Tobias Punzmann aus Neustadt an der Waldnaab | 24.02.2018 | 13:23  
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Günter Preuß aus Freihung | 25.02.2018 | 12:18  
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Gerhard Huber aus Weiden in der Oberpfalz | 25.02.2018 | 14:28  
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Erwin Aschenbrenner aus Regensburg | 25.02.2018 | 17:50  
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Robert Torscht aus Regensburg | 25.02.2018 | 20:39  
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Klaus Schödl aus Weiden in der Oberpfalz | 26.02.2018 | 05:36  
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Marianne Rüb aus Theisseil | 26.02.2018 | 15:44  
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