Obertrubacher halten an Wallfahrt fest
Pilgernachwuchs sichert Tradition

Unter der bewährten Leitung von Josef Müller(l.) und Bildträger Günther Wicorek (Zweiter v. r.) erreichten die Obertrubacher nach ihrer zweitägigen Fußwallfahrt den Mariahilfberg. Bilder: ads (4)
 
Bei sehr sommerlichen Temperaturen kamen die Obertrubacher nach ihrer zweitägigen Fußwallfahrt am Mariahilfberg an. Bild: ads

Die Anfänge gehen wohl bis ins 17. Jahrhundert zurück. Und auch die Zukunft scheint gesichert. Auch heuer waren rund 60 Pilger aus Obertrubach zu Gast beim Mariahilfbergfest.

Die Pilger aus dem fränkischen Obertrubach ließen es sich bei sehr sommerlichen Temperaturen auch heuer nicht nehmen, sich zur zweitägigen Fußwallfahrt in die bedeutendste Marienwallfahrt der Oberpfalz nach Amberg anlässlich des Bergfestes aufzumachen.

Die Wallfahrt hat eine uralte Tradition in Obertrubach und reicht bis in die Anfänge der Wallfahrt zum Gnadenbild der Mutter Gottes in Amberg zurück, die im 17. Jahrhundert aufgrund der großen Pestwelle einsetzte. Das Aufrechterhalten der alten Tradition ist den Pilgern aus Franken das Wichtigste und so ist man stets um Pilgernachwuchs bemüht. Mit Erfolg, denn den langjährigen Pilgerführer Josef Müller begleiteten heuer auf dem rund 55 Kilometer langen Fußmarsch zehn Jugendliche, von denen der Jüngste zwölf Jahre zählte.

Am Freitag losgegangen

Bereits am Freitag sind die Fußwallfahrer aus Obertrubach in den frühen Morgenstunden aufgebrochen und haben sich betend und singend zum Mariahilfberg über Betzenstein, Neuhaus, Königstein bis zum ersten Etappenziel in Edelsfeld auf den Weg gemacht. Dort kamen sie in den frühen Abendstunden an und bezogen in Privatunterkünften oder in Gasthäusern Quartier.

Am nächsten Morgen ging es dann los mit dem Ziel Mariahilfberg. Hier begrüßten die Franziskanerpatres am Samstagnachmittag die Pilger in der Walfahrtskirche. Nach dem zweitägigen Fußmarsch mit Gebet und Gesang zur Ehre der Mutter Gottes, stand die obligatorische leibliche Stärkung am Festplatz mit Bratwürsten und Bier an oder wahlweise in ruhiger Atmosphäre auf der Terrasse der Bergwirtschaft mit Blick über Amberg bei Kaffee und Kuchen. Gegen Abend fuhren die Pilger nach Oberleinsiedl zur Übernachtung.

Am Sonntagvormittag ging es zeitig nach Amberg, wo die Obertrubacher ihr Wallfahrtsamt feierten. Danach brachte sie der Bus zurück nach Neuhaus an der Pegnitz, von wo aus sie zu Fuß nach Obertrubach zurückkehrten. Zu Hause wurde die Pilgergruppe gegen Abend vom Ortspfarrer Werner Wolf und der Pfarrfamilie zurück erwartet.

Heuer lange Strecke

Pilgerführer Josef Müller erinnerte daran, dass die Wallfahrt stets zum Patrozinium der Amberger Bergkirche unternommen werde. Heuer sei sie aber auf das zweite Bergfestwochenende verschoben worden, da Pfarrer Werner Wolf am ursprünglichen Termin sein Priesterjubiläum beging. In all den Jahren habe sich auch der Verlauf der Strecke gewandelt und so habe man anlässlich der 1000-Jahrfeier von Obertrubach heuer wieder die lange Version in Angriff genommen.

Wenn Josef Müller als heuer ältester Teilnehmer mit 65 Jahren die Gruppe bereits zum 18. Mal in Folge angeführt hat, so konnte Günther Wicorek seinen 20. Einsatz als Bildträger begehen. Er weiß, dass die individuellen Anliegen, Sorgen und Nöte der Pilger so unterschiedlich sind wie die Pilger selbst, die sich von der 6. Klasse an bis ins Rentenalter mit auf den Weg machen. Er wusste aber auch, dass sich viele Gläubige aus Dankbarkeit der Pilgergruppe anschließen. So beispielsweise ein 92-Jähriger, der sich bis vergangenes Jahr mit den Pilgern auf den Weg machte, um Maria für seine gute Gesundheit zu danken.
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