20.10.2017 - 13:28 Uhr
Oberpfalz

Pfarrei St. Georg lenkt endgültig ein: Christkönig: Doch kein Verkauf

Die Mädchen und Buben können wieder nach Herzenslust im Freien toben. Der Verkauf eines Teils vom Grundstück des Christkönig-Kindergartens wurde rückgängig gemacht. Sieger und Verlierer soll es nach offizieller Lesart nicht geben.

Jetzt haben die Kinder wieder den gesamten Außenbereich der Christkönig-Tagesstätte für sich. Ein von Eltern heftig kritisiertes Grundstücksgeschäft der Stadtpfarrei St. Georg wurde rückgängig gemacht. Ansonsten wären die Grünflächen nahezu halbiert (rechts von dem Gartenhäuschen) worden. Ein quer über das Areal gespanntes, rot-weißes Flatterband markierte über Monate hinweg die neue Grundstücksgrenze. Es ist verschwunden. Bild: Hartl
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Dabei gab es im Juli einen offenen Streit zwischen dem Elternbeirat und der Pfarrei St. Georg als Träger der Kindertagesstätte (wir berichteten: www.onetz.de/1763401) Eltern empfanden sich von dem Geschäft, das die Freifläche der Einrichtung um rund 650 Quadratmeter verkleinerte, überrumpelt. Stadtpfarrer Markus Brunner wähnte sich missverstanden und diffamiert. Nun sei "alles wieder auf null gestellt", kommentierte er jetzt seinen jüngsten Eltern-Rundbrief vom 9. Oktober.

Darin steht, dass "das gesamte Grundstück (...) ab sofort in vollem Umfang bzw. uneingeschränkt nutzbar" ist. Die Bischöfliche Finanzkammer habe "die Rückabwicklung des Grundstücksgeschäftes (...) genehmigt". Brunner hatte stets argumentiert, die Pfarrei sei auf das Geld angewiesen, um den finanziellen Grundstock für die unumgängliche Sanierung der Kindertagesstätte schultern zu können.

"Auf Eis gelegt"

Daran hat sich nach der Rückabwicklung des Geschäfts nichts geändert. Die Pfarrei, so Brunner, halte auch grundsätzlich an der Sanierung fest, die Pläne seien aber "momentan auf Eis gelegt". Wie es mit dem Kindergarten nun weitergeht, ist offen. Die Zukunft von Christkönig ist auch eingebettet in ein Richtlinien-Papier der Diözese, das Regelzahlen für die Trägerschaft von Kinderbetreuungseinrichtungen pro Pfarrei definiert (www.onetz.de/1775095). St. Georg liegt darüber. Stadtpfarrer Markus Brunner verspricht derzeit Eltern und Kindern eins: "Es wird keine Ad-hoc-Entscheidung geben."

Bedauern ausgedrückt

Das nach dem öffentlichen Wirbel auch auf Wunsch des Käufers rückabgewickelte Grundstücksgeschäft war nicht ausschließlich seine Entscheidung. Deshalb hat den Elternrundbrief auch Kirchenpfleger Hans Paulus mit unterschrieben und beide betonen: "Wir bedauern, dass es in diesem Zusammenhang zu Irritationen gekommen ist und bitten Sie weiterhin um eine vertrauensvolle und effektive Zusammenarbeit." Davon kann sich Evi Dirmeier-Gaßner angesprochen fühlen. Die Elternbeirätin hat sich hartnäckig gegen das Grundstücksgeschäft gestemmt und wollte zusammen mit anderen bereits geschaffene Fakten nicht wortlos hinnehmen.

"Wir sind natürlich froh und glücklich", sagt Dirmeier-Gaßner, "dass unsere Intervention Erfolg gehabt hat." Aber auch: "Wir sind noch nicht davon überzeugt, dass es endgültig vorbei ist." Denn Brunner sei bisher nicht persönlich auf das Gremium zugegangen, um den Konflikt und die Verunsicherung endgültig aus der Welt zu schaffen. "Wir haben auch nur den Elternbrief bekommen." Vertrauensstiftend kann ja die für kommende Woche anberaumte Wahl eines neuen Elternbeirats werden. Sechs bis sieben der bisherigen Mitglieder wollen laut Dirmeier-Gaßner wieder kandidieren.

 

 

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