26.12.2017 - 16:56 Uhr
Oberpfalz

Pfarrer feiern Weihnachten auch dienstlich "Liturgie ist keine Arbeit"

Wie ist das eigentlich, wenn man Weihnachten auch dienstlich feiert? "Es war wunderschön", schwärmt Thomas Helm - trotz seines verstärkten beruflichen Einsatzes über die Feiertage. Der neue Pfarrer von St. Martin ist immer noch ganz begeistert von der Christmette. Seinem evangelischen Kollegen Joachim von Kölichen (Paulaner) geht es ähnlich.

Die Weihnachts-Orchestermesse in der Basilika St. Martin gehört zu den persönlichen Höhepunkten von Pfarrer Thomas Helm. Bilder: Steinbacher (2)
von Heike Unger Kontakt Profil

Groß war in Paulaner der Andrang beim Krippenspiel mit dem Spatzen- und dem Kinderchor: "Da gehen alle Generationen gerne hin", weiß Joachim von Kölichen - mancher Erwachsene sogar ohne verwandtschaftliche Bande mit einem der Akteure. Ein ganz besonderes Erlebnis aber war für ihn die Christmette - nicht nur wegen der Begleitung durch den Gospelchor seiner Gemeinde.

Besondere Verbindung

Dieser Gottesdienst sei "nicht so förmlich" wie andere - und auch, oder vielleicht sogar gerade wegen der späten Stunde sehr gut besucht. Und das geschehe auch nicht aus Gewohnheit. "Die innere Beteiligung ist hier am größten", das spürt der Pfarrer und fühlt deshalb eine "besondere Verbindung" mit den Gläubigen. Ein herausragendes Erlebnis war für ihn, dass ein spezieller Gottesdienst zum 4. Advent sehr gut angenommen wurde - obwohl der diesmal auf den selben Tag wie die traditionellen Weihnachtsgottesdienste fiel. "Das hat mich sehr gefreut. Das hätte ich nicht erwartet."

"Rundum zufrieden" ist auch sein katholischer Kollege Thomas Helm. Alle Messen in St. Martin zu Weihnachten seien sehr gut besucht gewesen. Einziger Wermutstropfen für den neuen Pfarrer war es, dass ausgerechnet in der Christmette eine ältere Frau bestohlen wurde (Polizeimeldung auf dieser Seite).

Obwohl für einen Priester ein Gottesdienst natürlich auch "Dienst" sei, seien gerade die Messen an den großen Festtagen wie Ostern oder Weihnachten "sehr emotionale Momente". Helm nimmt sich deshalb ganz bewusst viel Zeit für die Vorbereitung der Predigt ("Damit die Leute wirklich etwas mitnehmen") und für eigene Ministranten-Proben - obwohl alle Beteiligten eigentlich ganz genau wissen, was zu tun ist. Gerade die Weihnachts-Gottesdienste böten schließlich "die Chance, Menschen zu erreichen, die unter dem Jahr nicht kommen".

Die "am besten besuchte Liturgie an Heiligabend ist natürlich das Krippenspiel", berichtet Helm. Dass gerade Familien nicht unbedingt später am Abend in die Christmette aufbrechen wollen, sei schon verständlich. Sehr genossen hat Helm die musikalische Umrahmung der Christmette und des Festgottesdienstes am 1. Weihnachtsfeiertag, was in kleineren Pfarreien so gar nicht möglich, aber auch in St. Martin keineswegs selbstverständlich sei. Besonders gefreut hat ihn, dass die Rorate-Feiern im Advent, die er kurzfristig neu eingeführt hatte, so gut angenommen wurden.

Ist Weihnachten für einen Pfarrer nicht auch sehr stressig? Da winken beide Geistliche ganz entspannt ab. "Ich kann das schon genießen", verrät Helm, der privat mit seiner Mutter und Pfarrvikar Pater Augustin gefeiert hat: "Liturgie ist keine Arbeit", betont er - "stressig ist nur die Vorbereitung". Und das sei "kein negativer Stress".

Gut vorbereitet

Joachim von Kölichen findet trotz der vielen dienstlichen Verpflichtungen noch Zeit zur Entspannung. "Was man vorbereiten kann, muss man vorbereiten", lautet sein Rezept für stressfreie Weihnachten. Sein persönliches Highlight ist dann stets die Christmette: "Wenn die Glocke geläutet hat, das Orgelspiel einsetzt und der Chor singt - dann ist Weihnachten."

Weihnachten bietet die Chance, Menschen zu erreichen, die unter dem Jahr nicht kommen.Pfarrer Thomas Helm (St. Martin)
Die innere Beteiligung ist hier am größten.Paulaner-Pfarrer Joachim von Kölichen über das Besondere an der Christmette
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