Pfarrer Thomas Helm führt Ritus wieder ein
Fußwaschung lebt neu auf

Am Gründonnerstag wäscht der Priester Angehörigen aus der Gemeinde symbolisch die Füße. Ein Symbol der Demut und des Dienens.

Für Thomas Helm beginnt mit Gründonnerstag die intensivste Zeit des Kirchenjahres. Wie alle seine Kollegen ist der Pfarrer von St. Martin in den Tagen bis zum Osterfest besonders gefordert. Ein Zustand, den Helm liebt. "Die Dichte der liturgischen Handlungen ist enorm", sagt er. "Die ästhetische Inszenierung dieser Gottesdienste geht unter die Haut."

So passt er natürlich auf, dass bei den Feierlichkeiten zwischen Abendmahl- und Auferstehungsgottesdienst nichts schiefläuft. Für die rund 40 Ministranten der Stadtpfarrei hat er einen genauen Ablaufplan erstellt. Nach etlichen Jahren Pause gibt es beim Abendmahl um 19.30 Uhr am Gründonnerstag in St. Martin heuer wieder eine Fußwaschung. Pfarrer Helm gießt Vertretern von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung Wasser über die Füße, trocknet sie mit einem Tuch ab. "Das ist ein wunderbares Zeichen für das priesterliche Selbstverständnis, sich kleinzumachen", sagt er. In den nächsten Jahren will er jeweils eine andere Gruppe aus der Pfarrei für die Teilnahme an dem Ritus gewinnen, etwa die Ehrenamtlichen der Caritas.

In der Nacht auf Karfreitag ist die Martinskirche offen. Wer will, kann die nächtliche Ruhe zum stillen Gebet in der Basilika nutzen. Zwischen 21 und 6 Uhr sperren Ehrenamtliche immer zur vollen Stunde das Portal auf der Marktplatzseite auf. Die "Liturgie vom Leiden und Sterben Christi" beginnt am Karfreitag um 15 Uhr, Osternacht feiert die Pfarrei St. Martin am Samstag um 20.30 Uhr. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten wird der Gottesdienst am Sonntag um 9.30 Uhr mit der Mariazeller Messe von Joseph Haydn für Soli, Chor und Orchester sein.

Dann muss Pfarrer Thomas Helm noch Koffer packen. Denn am Ostermontag bricht er zu einer Reise nach Rom auf. Für das Bayerische Pilgerbüro betreut er fünf Tage lang eine 35-köpfige Gruppe, aber das ist fast ein Heimspiel. In Rom war Helm schon oft - und 16 Mitfahrer stammen aus dem Stadtgebiet.

Die ästhetische Inszenierung dieser Gottesdienste geht unter die Haut.Thomas Helm, Stadtpfarrer von St. Martin
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