Pflegemaßnahmen an der Ausgleichsfläche AM1
Sägen für die Natur

Die Ausgleichsfläche AM1 auf dem Erzberg wurde jetzt erstmals nach rund 35 Jahren wieder gründlich gepflegt. Bild: Andreas Ascherl

Wo sonst himmlische Ruhe herrscht, zerschneidet das Dröhnen der Motorsägen das Idyll auf der Platte. Das pittoreske Biotop am Rande der Weiß-Wiese wird aus einem Jahrzehnte dauernden Winterschlaf gerissen. Kein Kahlschlag, sondern notwendige Pflege, betont Stefan Noll vom Staatlichen Straßenbauamt.

Rückblende: Anfang der 80er Jahre wird die B 299 über die heutige Erzbergbrücke hinaus verlängert und an die B 85 angebunden. Für diese Maßnahme muss das Staatliche Straßenbauamt als Träger erstmals auf Amberger Boden eine Ausgleichsfläche ausweisen. Das geschieht im Bereich einer sogenannten Pinge auf der Platte, einem Einbruch im ehemaligen Bergbaugebiet, der mit Wasser vollgelaufen ist. Das Areal liegt direkt neben der Weiß-Wiese, dem Schlittenparadies im Bereich Eglsee und erhält amtsintern die Bezeichnung AM 1.

Rund 35 Jahre wird dieses Biotop, in dem sich Amphibien tummeln und seltene Pflanzen sprießen, weitgehend in Frieden gelassen. Doch Anfang dieses Jahres musste nun gehandelt werden, wie der beim Straßenbauamt zuständige Abteilungsleiter Stefan Noll erklärt. "Die Pinge war mittlerweile so schattig, dass das Wasser für die Amphibien nicht mehr warm genug geworden ist", nennt er einen Grund für die Arbeiten, die vergangene Woche abgeschlossen wurden.

Zudem sollten die Bäume dort, meist Eichen, auch wieder so gepflegt werden, dass sie beispielsweise den Vögeln wieder eine Heimstatt bieten. "Außerdem haben wir ja eine Verkehrssicherungspflicht." Zusätzlich hatten sich laut Noll die angrenzenden Bauern darüber beschwert, dass die Sträucher, die das Areal abgrenzen, längst in ihre Wiesen gewachsen waren. Eine Pflege des Areals sei also längst überfällig gewesen. Und ist auf geteiltes Echo bei den Spaziergängern gestoßen. "Die eine Hälfte hat Verständnis dafür gehabt, die andere hat das nicht gut geheißen", sagt Stefan Noll. Auf der Platte müssen jetzt noch die letzten Arbeiten gemacht werden, wie er erläutert.

"Die Holzhaufen, die oben noch rumliegen, werden zu Hackschnitzeln gehäckselt." Währenddessen sind die Arbeiter der Spezialfirma aus dem niederbayerischen Waldkirchen weitergezogen zur B 299 in den Bereich, der Anfang der 80er Ursache für die Schaffung von AM 1 gewesen ist. Auch hier wird der Baum- und Strauchbestand deutlich ausgelichtet. "Wir legen hier auch eine damals angelegte Streuobstwiese wieder frei", erklärt Noll.

Größtes Problem sind übrigens nicht dornige Sträucher oder aufgebrachte Spaziergänger. Der Müll türmt sich hier wie auch im Bereich auf der Platte mittlerweile zu Bergen. "Es ist schon erschreckend, was dort an der B 299 alles so rumliegt." Von der Schnapsflasche über Plastikblumentöpfe bis zum Autoreifen sei dort alles zu finden. Angemerkt

Die Pinge war mittlerweile so schattig, dass das Wasser für die Amphibien nicht mehr warm genug geworden ist.Stefan Noll, Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach
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