28.02.2018 - 11:09 Uhr

Polizei sucht Opfer von Motorsägen-Betrügern 80.000 Euro Schaden - 22-Jähriger in Untersuchungshaft

Über 80.000 Euro Schaden, zahlreiche Geschädigte und die dringende Frage: Gibt es noch mehr Opfer? Immer wieder begingen zwei Männer in den vergangenen Wochen Betrugsdelikte. Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg deckte die Verbrechen nun auf - und sucht Geschädigte und Personen, die das Diebesgut von den Männern erworben haben.

Wer hat in den vergangenen Wochen eine solche Motorsäge zu "besonders günstigen Konditionen" gekauft? Die Polizei sucht Zeugen. Bild: Polizei
von Julia Hammer Kontakt Profil

"Bevorzugte Beute waren hochwertige Motorsägen der Marken Stihl und Husqvarna und elektronische Geräte", informiert Kriminaloberkommissar Dietmar Winterberg vom Polizeipräsidium Oberpfalz. Gegen einen der Tatverdächtigen erging Haftbefehl.

Im Dezember 2017 begannen die "personal- und zeitaufwändigen Untersuchungen" der Amberger Kriminalbeamten, die eng  mit der Staatsanwaltschaft Amberg zusammenarbeiteten. Schnell konzentrierten sich die Beamten  auf einen 26-jährigen Tatverdächtigen aus Amberg und einen 22-jährigen Mann aus dem Landkreis Schwandorf.

22-Jähriger in Justizvollzugsanstalt

Dem Duo wird vorgeworfen,  zwischen Oktober 2017 und Februar 2018 durch "Vorspiegelung falscher Tatsachen" in über 15 Fällen hochwertige Motorsägen und elektronische Geräte bei Fachhändlern ergaunert zu haben. Die Täter gaben sich als Mitarbeiter ortsansässiger oder bekannter Unternehmen oder als Angestellte eines Sägewerks aus und "veranlassten so die Herausgabe der Ware auf Rechnung". Anschließend sollen die mutmaßlichen Täter ihre Beute an private und gewerbliche Abnehmer verkauft haben.
Bei dem Verdächtigen aus dem Landkreis Schwandorf klickten am Mittwochmorgen die Handschellen. Derzeit befindet sich der 22-Jährige in einer Justizvollzugsanstalt. Der zweite Tatverdächtige sei noch auf freiem Fuß, da "nach Würdigung der Gesamtumstände durch die Staatsanwaltschaft auf einen Haftantrag verzichtet wurde", erklärt der Sprecher des Polizeipräsidiums. Da die Tatorte quer über die Oberpfalz verteilt sind, stehen die Amberger Ermittler im engen Austausch mit den Polizeiinspektionen Weiden und Vohenstrauß sowie mit der Kripo Regensburg.

Polizei: "Motorsägen prüfen"

Die Kripo bittet nun gewerbliche Anbieter von Motorsägen der Marken Stihl und Husqvarna zu prüfen, ob sie eventuell ebenfalls durch das Duo geschädigt wurden.
Zudem werden Ankäufer von hochwertigen Motorsägen, die sie von Privatpersonen im Zeitraum zwischen Oktober 2017 und Februar 2018 zu "eventuell besonders günstigen Konditionen" erworben haben, gebeten, sich ebenfalls mit der Polizei unter der Telefonnummer 09621/8900 in Verbindung zu setzen.

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