04.03.2018 - 10:44 Uhr

Polizei zieht Bilanz nach abgebrochener Suchaktion in Amberg Einsatz alternativlos

Scheinbar ist nichts dran an der Geschichte. Doch der Polizei war nichts anderes übriggeblieben, als Großalarm auszulösen. 100 Einsatzkräfte suchten am Freitagabend fast drei Stunden lang nach einem Kind in der Vils.

100 Einsatzkräfte waren an der Suchaktion am Freitagabend in Amberg beteiligt.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Die Umstände der Meldung waren ungewöhnlich. Dennoch stufte die Polizei die Angaben des Mannes als glaubwürdig ein. Ein 19-Jähriger war um 20.10 Uhr persönlich auf der Polizeiwache in der Kümmersbrucker Straße erschienen, um eine Beobachtung zu Protokoll zu geben, die den Beamten keine andere Wahl ließ, als die ganze Palette der zur Verfügung stehenden Rettungskräfte in Gang zu setzen.

Er habe am Vilsufer gegenüber das Parkdecks Kräuterwiese, etwa auf Höhe des Zweiradfachgeschäfts Stadler, ein Kind gesehen, das mit einer Taschenlampe herumleuchtete und verzweifelt nach seinem Vater rief. Als er sich genähert habe, sei plötzlich das Rufen verstummt und auch das Licht der Lampe nicht mehr zu sehen gewesen. Möglicherweise sei der Bub oder das Mädchen in die Vils gefallen.

Der junge Mann habe zu dem Zeitpunkt der Beobachtung kein Mobiltelefon bei sich gehabt und den Weg zur Wache als beste Möglichkeit gesehen, erklärte ein Polizeisprecher am Sonntag. "Auch wenn dieses Vorgehen ungewöhnlich erscheint, haben wir das trotzdem ernst genommen." Unmittelbar nach der Meldung lief eine groß angelegte Suchaktion an. "Wir lassen nichts unversucht", sagte ein Polizist an der Bushaltestelle Kräuterwiese, wo die Einsatzleitung postiert war. Beamte gingen die Straßen entlang der Vils ab und befragten Anwohner, ob sie ein Kind vermissen oder irgendetwas beobachtet hätten. Vergebens. Auch bis Sonntagabend meldete sich niemand wegen eines vermissten Kindes bei der Polizei. Der Fluss wurde zwischen der Obersdorfer Brücke und dem Wehr bei der Drahthammer-Kreuzung abgesucht. Beim Wehr setzte die Wasserwacht einen Tauchroboter ein. Ein mit Wärmebildkamera ausgestatteter Hubschrauber nahm die Vils von oben unter die Lupe. Gegen 23 Uhr beendeten die Einsatzkräfte die Suche. Der Helikopter war bereits eineinhalb Stunden vorher abgedreht.

Auch wenn dieses Vorgehen ungewöhnlich erscheint, haben wir das trotzdem ernst genommen.Ein Polizeisprecher zu dem Umstand, dass der Erstmelder persönlich auf der Wache erschien.

"Vollalarm" nannte die Wasserwacht das, was am Freitagabend eintrat: Alle zur Verfügung stehenden Kräfte aus Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach wurden zur Kräuterwiese beordert. Im Einsatz waren Verbände der Wasserwacht aus Amberg, Auerbach, Vilseck, Sulzbach-Rosenberg, Hahnbach, Hirschau und Kümmersbruck mit 45 Ehrenamtlichen. Hinzu kam eine Mannschaft der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. An Gerätschaften hatten die Wasserretter drei Boote und einen Tauchroboter dabei.

Die Polizei war mit 21 Kräften und dem Leiter der Polizeiinspektion Amberg, Robert Hausmann, vor Ort. Die Polizisten waren unter anderem damit beschäftigt, an Türen zu klingen und Anwohner zu befragen. Die Amberger Feuerwehr rückte mit 21 Leuten an, stellte Gerät zur Verfügung und leuchtete das Ufer aus. Das Bayerische Rote Kreuz war mit 16 Personen im Einsatz. Mehrere Rettungswagen standen in Bereitschaft.

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