Professor Dr. Anton Scharl feiert 60. Geburtstag
Chefarzt fühlt sich in der Oberpfalz wohl

Professor Dr. Anton Scharl wird heute 60 Jahre alt, verbringt diesen Tag aber im Urlaub und feiert ein bisschen mit seiner Frau. Bild: wsb

Wer heute Professor Dr. Anton Scharl gratulieren möchte, wird ihn daheim nicht antreffen. Der Chefarzt der Frauenklinik von St. Marien ist verreist. "60 Jahre alt zu werden, das ist ja kein besonderes Verdienst", sagt er ganz bescheiden. Feiern wird er seinen runden Geburtstag im Urlaub trotzdem ein bisschen mit seiner Frau. Und später, wenn er längst wieder daheim ist, noch mit seinen in Kopenhagen und Regensburg lebenden Kindern, die ihren Besuch für die nächsten Tage und Wochen angekündigt haben.

Früher Berufswunsch: Arzt

Schon früh wollte Anton Scharl Arzt werden: "Da war ich vielleicht 13 Jahre alt." Er habe diesen Beruf interessant, spannend und herausfordernd gefunden. Der gebürtige Amberger wurde älter, doch sein Wunsch blieb weiter bestehen. Nach dem Abitur studierte er Medizin. Bereut hat er dies bis heute nicht. "Es ist ein sehr befriedigender Beruf", sagt der Chefarzt der Frauenklinik von St. Marien über seine Tätigkeit. Zur Fachrichtung Gynäkologie und Geburtshilfe war er in seinem praktischen Jahr gekommen. "Ich dachte mir, 50 Prozent der Menschen sind Frauen, deshalb musst du dich auch mit denen ein bisschen befassen." Und so verbrachte er vier Monate des praktischen Jahrs in der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen. "Ich fand dieses Fachgebiet hochspannend", erinnert sich Scharl.

Ob er wieder Arzt werden würde? Ob er sich wieder für die Gynäkologie und Geburtshilfe entscheiden würde? Anton Scharl antwortet darauf sofort mit einem zweifachen Ja - und es klingt absolut überzeugend. Ja, er würde es wieder machen, wenn er nochmal vor der Wahl stünde. "In der Frauenheilkunde hast du den ganzen Menschen vor dir", sagt der Mediziner über sein Fachgebiet. "Es geht nie alleine um ein Organ", betont er und erklärt dies am Beispiel einer Krebserkrankung. "Da geht es nicht nur darum, eine Chemotherapie zu machen oder eine Brust abzunehmen. Da geht es auch um Fragen der Ernährung, der Bewegung, der Familie, der Alltagssorgen, des sozialen Umfelds."

Freude, aber auch Trauer

Ob Entfernung der Gebärmutter oder Beschwerden in den Wechseljahren: "Man muss immer den ganzen Menschen sehen." Glück und Leid liegen in seiner medizinischen Disziplin sehr nah beieinander. Auf der einen Seite die unendlich große Freude, wenn ein Kind zur Welt kommt, auf der anderen Seite die enorme Traurigkeit über ein totgeborenes Baby oder einen verlorenen Kampf gegen den Krebs. Bei wie vielen Geburten er zugegen war, hat Anton Scharl nicht gezählt. "In über 30 Jahren kommen da aber einige zusammen."

In Amberg, ja in der ganzen Oberpfalz, fühlt sich der Chefarzt der Frauenklinik wohl, überaus wohl sogar. "Ich bin hier geboren, ich kenne die Leute, ich mag den Dialekt", sagt er. Er räumt ein, dass er seine Heimatstadt als Schüler zunächst als "Kaff" betrachtete, aus dem er anfänglich einmal raus wollte. Heimatliche Gefühle kamen erst sehr viel später auf. Doch wäre er nicht in Amberg geboren, hätte er hier wohl nicht die Chefarzt-Stelle und damit die Nachfolge von Professor Dr. Dietrich Berg angetreten - vor 15 Jahren. "Dann wäre ich sicherlich woanders gelandet." Bereut hat es Scharl nicht, sich für Amberg entschieden zu haben. "Ich fühle mich hier sehr wohl, ich bin hier sehr glücklich."

Lesen und Radfahren

In seiner Freizeit liest er gerne, entspannt beim Radfahren und beim Reisen. "Ich mag die Geselligkeit und gehe abends gerne mal ins Wirtshaus." Scharl schreibt außerdem Fachartikel und Editorials für Fachzeitschriften und Bücher und widmet sich der Berufspolitik. Wenn der Chefarzt der Frauenklinik von St. Marien einen Wunsch für 2017 frei hätte, dann diesen: "Dass alle zufrieden sind, die Patienten genauso wie meine Mitarbeiter."
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