17.08.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Professor Manfred Schuller und Zimmerermeister aus Italien beeindruckt von Basilika Experten staunen übers Dach

Die Dachkonstruktion von St. Martin ist gewaltig. Doch nicht nur wegen ihrer schieren Größe bringt sie selbst Experten zum Staunen. Jetzt einmal mehr.

Christine Hans-Schuller, Professor Manfred Schuller, Zimmerermeister Werner Dibiasi und seine Ehefrau Rosemarie sowie Karl Müller (von links) schauten sich nach St. Martin auch den Dachstuhl des Rathauses und seine historischen Säle an. Bild: exb
von Thomas Amann Kontakt Profil

Das riesige Gebälk wurde vor nahezu 600 Jahren errichtet und besteht noch heute zu 95 Prozent aus dem damals verbauten Holz. Es überspannt die fast 28 Meter breite Basilika freitragend, was heuer internationalen Fachleuten ins Auge gefallen ist. Professor Dr. Manfred Schuller, der Leiter des Lehrstuhls für Baugeschichte, historische Bauforschung und Denkmalpflege der Technischen Universität München, war mit elf seiner Doktoranden vor Ort und ließ sich zusammen mit Baureferent Markus Kühne von Fachlehrer und Zimmerermeister Karl Müller sowie Zimmerermeister Josef Hauer durch den historischen Dachstuhl führen.

Der Doktorvater war dabei von der Konstruktion so begeistert, dass er jetzt noch einmal einen Ferientag opferte, um mit seiner Frau Christine Hans-Schuller, die an der Hochschule Würzburg Architekturgeschichte lehrt, und einem befreundeten Zimmerermeister und dessen Frau aus Südtirol dieses Bauwerk zu bestaunen. Die Experten nahmen sich laut Pressemitteilung viel Zeit, um die Konstruktion in sämtlichen Einzelheiten von der Traufe bis zum First in allen Details zu studieren. Ihr Fazit laut Karl Müller: "Ein wirklich einzigartiger Dachstuhl, der es verdient, weiter erforscht zu werden."

Schuller will sich nach eigener Auskunft bemühen, einen seiner künftigen Doktoranden auf die Baugeschichte von St. Martin im Vergleich mit anderen historischen Kirchen anzusetzen. Josef Hauer, der im vergangenen Jahr das Modell des gesamten Dachstuhls im Maßstab 1:15 mit allen Verbindungen nachgebaut hat, war ebenso erfreut, dass er den honorigen Bauexperten sein Meisterstück vorstellen durfte.

Karl Müller, der schon vor vielen Jahren erkannt hat, welch großartiges Gebälk die Basilika bekrönt, freute sich riesig, dass nun "das Aschenputtel-Dasein unserer Basilika ein Ende haben dürfte, wenn derartige Hochkaräter ebenso unsere Meinung teilen". Der Aufstieg zum Turm bis hinauf zur Laterne mit Blick über Amberg war für die Gäste selbstverständlich. Auch das Angebot von Müller, noch den Dachstuhl des Rathauses und die Säle zu besichtigen, nahmen sie gerne an.

Hauptverwaltungsleiter Hans-Georg Schrüfer führte die Besucher und erklärte die Geschichte der Ratsstuben und deren Ausstattung. Markus Kühne übernahm die Gäste anschließend, um ihnen auch das neue Stadtarchiv und weitere interessante Objekte in der Stadt zu zeigen.

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