11.12.2017 - 19:53 Uhr
Oberpfalz

Prozess wegen Cannabisanbau im Eisbergviertel Hanfplantage in der Wohnung

Mit teilweise hohen Strafanträgen hat die  Staatsanwaltschaft am Montag nach viertägigem Prozess auf den Anbau einer Hanfplantage im Eisbergviertel reagiert.

Symbolbild
von Autor HOUProfil

Für die beiden Mieter einer Wohnung, in der die Cannabispflanzen ertragreich wuchsen, forderte Anklagevertreterin Franziska Denk vier Jahre und zehn Monate bzw. dreieinhalb Jahre Haft. Die beiden 36- und 31-jährigen Amberger hielt sie außerdem für überführt, einen umfangreichen Handel mit Marihuana und Haschisch aus anderen Quellen als der Plantage betrieben zu haben. Umschlagplatz sei dabei die Kräuterwiese gewesen.

Für den 60 Jahre alten Hausbesitzer und Vermieter der Wohnung verlangte die Staatsanwältin drei Jahre und zwei Monate Haft. Er habe von dem Hanfanbau im Obergeschoss seines Hauses gewusst und sei als Mittäter immer wieder einmal mit Marihuana von den beiden Männern beliefert worden, sagte sie. Für einen 36-Jährigen, der aus eigenem Suchtbedürfnis heraus regelmäßig die Cannabisstauden goss, wurden zwei Jahre mit Bewährung gefordert.

Die Verteidiger Michael Haizmann (Regensburg), Patrick Schmidt (Nürnberg), Jürgen Mühl und Narine Schulz hielten die Anträge der Anklagebehörde weitgehend für "maßlos überzogen". Sie empfahlen Haftstrafen zur Bewährung. Mühl tat dies mit besonderem Blick auf die "nunmehr zehnmonatige U-Haft meines Mandanten". Als Wohnungsvermieter am Eisberg sei der 60-Jährige"völlig abseits von anderen Drogengeschäften gestanden."

Die Schlussvorträge wurden begleitet von einem Hinweis der Ersten Strafkammer des Landgerichts. Dabei ging es um einen Zeugen, der aus der Strafhaft vorgeführt worden war. Der Mann (37) aus Bayreuth hatte angeblich wiederholt große Drogengeschäfte mit den Hauptangeklagten in Amberg abgewickelt. Doch im Prozess waren seine Angaben wachsweich.

"Wir können damit wenig anfangen", sagte die Kammervorsitzende Roswitha Stöber. Von daher wurden die mutmaßlichen Deals im Pfundbereich und deren strafrechtliche Verfolgung noch vor den Plädoyers eingestellt.

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