Prozess zu Raubüberfall auf 59-Jährigen
Rache der verlassenen Ehefrau

Mit langen Haftstrafen will die Staatsanwaltschaft ein Verbrechen gesühnt sehen, das im Herbst letzten Jahres für Schlagzeilen gesorgt hat. An einem Novemberabend war ein 59-Jähriger im Kreis Amberg-Sulzbach vor der Haustür seiner Mutter überfallen, mit Pfefferspray misshandelt und dann ausgeraubt worden. Die Täter flüchteten damals mit einer teueren Rolex-Uhr und 1200 Euro Bargeld. Auf der Anklagebank sitzt nun ein 27-Jähriger aus der Frankfurter Türsteherszene. Er hatte jetzt vor dem Amberger Landgericht seine Beteiligung zwar zugegeben, die Hauptschuld aber seinem Komplizen, dessen Namen er im Prozess aus angeblicher Angst vor Rache nicht nannte, zugeschoben.

Der 27-Jährige soll jetzt wegen schweren Raubes sechs Jahre in Haft. Als mittelbar Beteiligte an dem Verbrechen gilt eine 45-Jährige. Sie war die Ehefrau des zwischenzeitlich verstorbenen Raubopfers und soll den Türsteher aus Frankfurt dazu angestiftet haben, ihrem Mann, der sie nach ihren Angaben in Wiesbaden verlassen hatte, eine "Abreibung zu verpassen". Vom Raub will die 45-Jährige nichts gewusst haben. Für sie verlangte die Staatsanwaltschaft drei Jahre Gefängnis.

Die Verteidiger plädierten dafür, dass die Strafen für ihre Mandanten auf Bewährung ausgesetzt wird. Das Urteil wird in der nächsten Woche erwartet.
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