28.02.2018 - 18:36 Uhr

Raub im Dreifaltigkeitsviertel Die Story von den vier Räubern

Unverhofft kommt oft: Plötzlich sollen es vier Räuber gewesen sein, die am 5. Mai vergangenen Jahres im Dreifaltigkeitsviertel ein junges Paar überfielen. Sagen zumindest diejenigen zwei, denen man vor dem Landgericht die Tat vorwirft.

Waren es vier Räuber, die am 5. Mai vergangenen Jahres im Dreifaltigkeitsviertel ein junges Paar überfielen? Das sagen zumindest die beiden Angeklagten.
von Autor HWOProfil

Die beiden Männer aus dem Kreis Neustadt/WN hatten zwei Prozesstage lang geschwiegen und ihre Verteidiger reden lassen. Am Mittwoch ließen sie plötzlich erkennen, dass sie an einem Maimorgen 2017 gegen 7 Uhr nicht allein an einem Haus unweit der Jahnstraße auftauchten. Das setzte ein dickes Ausrufezeichen. Zur Erinnerung: Vor dem Anwesen wurde eine 25-Jährige niedergerungen, gefesselt, geknebelt und in ihr nicht weit davon stehendes Auto verfrachtet. Augenblicke danach wurde der im Schlafzimmer des Anwesens zu Bett liegende Lebensgefährte der Frau überfallen und ebenfalls mit Kabelbindern gefesselt. Nur diesen Angriff auf den 27-Jährigen wollen die beiden jetzt wegen eines Raubverbrechens angeklagten Männer gestartet haben.

Glaubt das die Kammer?

Im Gerichtssaal hörte man: Für den Überfall auf die Frau und damit für das Geschehen vor dem Haus seien zwei andere verantwortlich gewesen. Die Richter der Ersten Strafkammer stutzten und erfuhren, dass diese Aufgabe zum Teil ein Mann übernommen habe, der mit dem Paar in Kontakt stand und erzählt habe, dass bei den Leuten Geld zu holen sei. Der Anstifter quasi, selbst mit dabei. Ihn kann man nicht mehr befragen. Er hat sich zwischenzeitlich das Leben genommen. Und wer war der Vierte? Den, so sagte zumindest einer der Angeklagten, kenne er nicht. Aber ihm sei ebenfalls die Flucht gelungen. Die einen waren also vor dem Haus als maskierte Räuber tätig? Die zwei anderen oben als vermummte Gangster im Schlafzimmer?

Glaubt das die Kammer? Sie erfuhr von einem der Beschuldigten (28), dass "jedem 10 000 Euro" versprochen worden seien. Sein neben ihm sitzender Komplize (40) bestätigte das. Er hätte das Geld für seine Hausrenovierung brauchen können. Die Situation stellte sich am Mittwoch abenteuerlich dar. Auf der Anklagebank saßen zwei Männer, die von sich sagen, zumindest teilweise dabei und angestiftet worden zu sein. Und zwei andere, von denen einer nicht mehr lebt und der andere anonym ist.

Heute Urteil

Am heutigen Donnerstag, 1. März, sollen die Schlussvorträge gehalten werden. Danach will die Kammer ihr Urteil fällen. Dabei wird sich zeigen, ob sie die Geschichte von den angeblich vier getrennt voneinander angereisten Räubern glaubt oder davon ausgeht, dass es doch nur zwei waren. Beute machte keiner von ihnen.

Die Vorgeschichte lesen Sie hier.

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