21.02.2018 - 16:22 Uhr

Reinhold Schmid findet Äußerungen des Sozialamt realitätsfremd Von wegen reines Wunschdenken

Amberg/Kümmersbruck. Nicht unwidersprochen lassen möchte Reinhold Schmid die Darstellung in dem Artikel "Gesucht: eine Wohnung", der seine Bemühungen um eine neue Wohnung sowie die Erläuterungen eines Mitarbeiters des Sozialamtes Amberg-Sulzbach wiedergab.

Symbolbild: Frank Rumpenhorst/dpa
von Markus Müller Kontakt Profil

Vor allem ärgert Schmid die mitschwingende Vermutung, er sei bei seiner Wohnungssuche zu nachlässig oder bequem gewesen: "Ich habe das im Rahmen meiner Möglichkeiten so intensiv wie machbar betrieben." 40 Inserate in Zeitungen nennt er als Beweis, ausgiebige Internet-Recherchen, die Nutzung persönlicher Kontakte. Er stehe als wohnungssuchend in Wartelisten des Landkreises Cham, der Stadt Regensburg sowie bei einem halben Dutzend Wohnungsunternehmen.

Dass er nicht genügend für den Ruhestand angespart habe, weist Schmid zurück. Grund sei seine Scheidung: "Die grenzt heutzutage an eine legale Enteignung." Über den vom Vermieter angemeldeten Eigenbedarf (sowie über sämtliche Umstände seiner Wohnungssuche) habe er das Sozialamt "sehr wohl und mehrfach informiert". Dessen Leistungen seien aufgrund der erfolglosen Wohnungssuche zunächst eingestellt worden. Erst die Androhung von Rechtsmitteln habe dann zu einem "machbaren Weg" geführt.

Die Wohnung sei 2017 auch nicht gekündigt worden, weil der Mieter auf einem Teil seiner Kosten sitzenbleibe, sondern wegen Eigenbedarfs. Bei dessen Ankündigung 2015 sei im Übrigen noch gar nicht bekannt gewesen, dass 2017 die Mietkosten für ihn, Schmid, zu hoch seien. Seine Vorstellungen für die neue Wohnung (Parterre oder mit Aufzug, in der Nähe einer Einkaufsmöglichkeit) möchte Schmid nicht als "reines Wunschdenken" verstanden wissen.

Sie resultierten aus seinem Knieschaden (nach einem Berufsunfall), der bereits zu mehreren Treppenstürzen geführt habe und bei dem eine Besserung ausgeschlossen sei, obwohl die Berufsgenossenschaft insgesamt schon rund 1000 physiotherapeutische Behandlungen genehmigt habe. Eine Wohnung im ersten Stock sei deshalb keine Alternative, weil dann aufgrund der abzusehenden Verschlechterung des Knies ein baldiger erneuter Umzug kaum zu vermeiden sei. Trotz der abfälligen Äußerung des Sozialamt-Mitarbeiters ("Der will eine für ihn gemalte Wohnung, die billig ist" sowie "Die Suche nach einer Wohnung kann ich ihm nicht abnehmen") habe er nie erwartet, dass man ihm die Wohnungssuche abnehme. "Aber den einen oder anderen hilfreichen Tipp hätte ich mir schon erhofft."

Die Standardantwort sei aber gewesen: "Das ist Ihr Problem." Und das sei es bis heute geblieben, trotz des Berechtigungsscheins für eine Sozialwohnung.

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