10.01.2018 - 17:38 Uhr
Oberpfalz

Rekordverdächtige Besucherzahlen in der Bergkirche Dreikönigssingen in Amberg

Überwältigend war die Resonanz der Besucher aus der ganzen Region beim Dreikönigssingen der Oberpfälzer Volksmusikfreunde in der Amberger Bergkirche. Kreisheimatpfleger Hermann Frieser hatte als Organisator erneut regionale Sänger- und Musiker-Gruppen verpflichtet, die das Dreikönigsfest musikalisch interpretierten. Die Traditionsveranstaltung erzielte eine rekordverdächtige Besucherzahl.

Die Ensdorfer Bläser eröffneten das Dreikönigssingen.
von Adele SchützProfil

Frieser selbst bereicherte diese musikalische Andacht mit Wissenswertem über das Brauchtum zu Dreikönig. Auch an den kürzlich verstorbenen Abt Odilo von St. Ottilien erinnerte Hermann Frieser. Die Sitzplätze im Kirchenschiff und auf der Empore sowie die zusätzlich aufgestellten Stühle waren lange vor Beginn des einzigen Dreikönigssingens in der Oberpfalz besetzt. Viele Besucher nahmen sogar mit einem Stehplatz vorlieb, um dieses besondere Musikerlebnis nicht zu versäumen.

Lieder in Mundart

Die Ensdorfer Bläser eröffneten die Andacht. Das Septett bereicherte sie aber auch in der Folge mit erhebenden Klängen. Die Franziskanerpatres als Hausherren begrüßten alle zur Andacht anlässlich des Festes "Epiphanie - Erscheinung des Herrn". Anspruchsvoll und abwechslungsreich gestaltete sich dann das Programm. Die Hirschauer Hausmusik paarte mitreißende Saitenklänge und Flötenklang. Heimatliches Liedgut in Mundart und bekannte Weihnachtsweisen präsentierten die Hahnbacher Sänger mit Leidenschaft. Eine Premiere hatte das Trio "Z'amm g'stimmt" beim Dreikönigssingen, ebenfalls mit Mundart-Gesang.

Organisator Hermann Frieser wartete mit vielen Informationen rund um den Stern von Bethlehem, Dreikönig und das Brauchtum zu dieser Zeit auf. So habe man früher geglaubt, dass das Dreikönigswasser ganz oben im Kübel nach der Weihe die stärkste Wirkung hat. Dazu berichtete Frieser aus seiner Kindheit: "Glei nach dem letzten Wort vom Wassersegn sans losgsaust, döi Boum und Moidln mit de blechernen Milchkannen und mit de alten Bierflaschen und ham druckt, pufft und grankelt, dass ja koi anderer dös gweihte Wasser zerscht dawischt."

Glanz der Armut

Frieser wusste auch, dass man die Kinder mit einem schön verzierten Korb mit Weihrauch, Rauchkerzln und Kranewitt (Wacholder) für den heiligen Rauch am Dreikönigstag in die Messe schickte. Er ging auch auf die drei Kreuze ein, die man mit Kreide und mit den Buchstaben C, M und B sowie der Jahreszahl zum Segnen des Hauses an die Tür schreibt. Mit Gedanken zu Dreikönig von Abt Odilo von St. Ottilien erinnerte Frieser an den vor drei Monaten Verstorbenen. Odilo hatte diese Gedanken von Adolf Delp, die dieser kurz vor seinem Tod aus dem KZ geschmuggelt hat. Die "Splendida Paupertas", der Glanz der Armut, steht dabei im Mittelpunkt. Abt Odilo habe auf die drei Weisen hingewiesen, die durch die Huldigung des Kindes den Kern des Geheimnisses des Christentums zum Ausdruck gebracht hätten, das in der strahlenden Armut liege: "Im Kleinen, Armen und Schwachen, im Kind in der Krippe, scheint die Herrlichkeit Gottes auf."

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