15.10.2017 - 16:24 Uhr
Oberpfalz

Reservistenmusikzug Oberpfalz im Stadttheater Ein orchestrales Erlebnis

Der Reservistenmusikzug Oberpfalz ist Stammgast im Amberger Stadttheater. Einmal im Jahr gibt er dort ein Benefizkonzert und sorgt für einen gut besuchten Abend. Davon haben auch andere etwas.

Der Resrevistenmusikzug Oberpfalz unter der Leitung von Christian Ziegler zeigte nicht nur seine musikalische Ader, sondern auch seine soziale Ader beim jüngsten Konzert, dessen Erlös an hilfsbedürftige Soldaten und Reservisten geht.
von Adele SchützProfil

Die Darbietung stand heuer unter dem Leitmotiv "Kameraden helfen Kameraden". Von zackigen Märschen über klassische Werke bis hin zu melodiöser Filmmusik und bekannten Musicalsongs reichte das Repertoire des Orchesters vor einem großen Publikum. Als eine besondere Bereicherung erwies sich als Gastinterpretin Laura Ottilie Neubauer mit jazzigen Gesangseinlagen.

Als Konzert-Overtüre gab es jedoch majestätische Klänge, die dem symphonischen Blasorchester natürlich liegen. Das Stück "Fanfare festive" von Michael Geisler war gut gewählt. Die Begrüßung der Konzertgäste übernahm die treibende Kraft sowie ständiger Motor und Dirigent des Reservistenmusikzugs Oberpfalz, Christian Ziegler. Der heutige Bürgermeister von Fensterbach und frühere Militärmusiker erläuterte, dass heuer der Erlös des Konzerts Hilfsbedürftigen Soldaten und Reservisten der Bundeswehr zugute kommen wird.

Keine Berührungsängste

Er versprach ein anspruchsvolles und niveauvolles Programm und sollte Recht behalten. Das rund 50-köpfige Orchester gab an diesem Abend ebenso reizvolle wie anregende klangliche Einblicke in sein breitgefächertes Repertoire. Gepaart mit musikalischem Können, ließ sich das Publikum schnell anstecken und begeistern. Informativ und unterhaltsam führte daneben Anton Lottner durch das Programm.

Mit dem melodienreich Stück "Pique Dame", mit dem der oft als "Vater der Wiener Operette" beschriebene Franz von Suppé das Motiv Lebensfreude vertonte, sorgten die Gastgeber für beste Stimmung unter den Zuhörern im Stadttheater. Feierlich und andächtig wurde es nach dieser heiteren Passage bei Pavel Staneks Werk "Amen", das eine melodiöse Fortsetzung in dem Stück "Celtic Flutes" erfuhr. Doch schon hier kündigte sich an, dass eher heiter anregende Momente im Vordergrund des Programms standen. Als Solisten zeigten derweil Silvia Prechtl-Seitz und Steffen Weber eine ausgezeichnete Leistung an ihren Querflöten.

Für einen voluminös-zackigen Kontrast sorgte unmittelbar darauf Orchesterchef Christian Ziegler. Als ehemaliger Musiker des Regensburger Heeresmusikkorps 4 gab er den Fehrbelliner Reitermarsch vor, um sogleich mit der Filmmusik von "Das Boot" phasenweise sogar sphärische Passagen in Szene zu setzen. Mit diesen Eindrücken wurden die Zuhörer in die Pause geschickt, um sogleich mit südländischem Charme und andalusischer Lebensfreude ging es im zweiten Programmteil wieder empfangen zu werden. Das Stück "Alcazar" ging jedoch schnell in die bekanntesten Passagen von George Gershwin's "Summertime" über.

Solistin glänzt

Eingängig-rhythmisch fiel die nächste Reisestation mit dem "Bolero" von Maurice Ravel aus, wobei besonders die Schlagwerke als Motor des Orchesters auf sich aufmerksam machten. Als Gastmusikerin und Sängerin schlug Laura Ottilie Neubauer viel beklatsche Jazz-Passagen an, erwies sich jedoch ebenso als ausgezeichnete Interpretin jiddischer Kompositionen, die in dem Arrangement "Klezmer Classics" von Johann de Meij als ein Höhepunkt der Konzerts zusammengefasst wurden. Tosender Applaus von den begeisterten Konzertgästen war der wohlverdiente Künstlerlohn für diesen Auftritt, der auch Ausdruck von Hilfsbereitschaft ist.

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