28.01.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Richterin wartet vergeblich auf Angeklagten Unfall auf dem Weg zur Verhandlung

Ohne Justiz geht gar nichts. Doch manchmal wird auch sie in eine Lage versetzt, bei der man (in diesem Fall zumindest kurzfristig) nichts machen kann. Amtsrichterin Julia Taubmann wartete auf einen momentan sechs Monate lang eingesperrten Mann. Seine Lebensgefährtin hatte bereits auf der Anklagebank Platz genommen. Beide wären des Einmietbetrugs beschuldigt worden. Man munkelte, das sei in sogenannter Nomaden-Manier geschehen.

von Autor HOUProfil

Durchaus interessant und anscheinend auch nicht alltäglich, dieser Fall. Die Polizei hätte den 38-Jährigen bringen sollen. Doch der Transport ließ auf sich warten. Dann erfuhren Anwalt Jürgen Mühl samt Richterin und Staatsanwältin: Der mutmaßliche Einmietbetrüger lag im Krankenhaus. Wie kam er ins Klinikum? Des Rätsels Lösung war ebenso einfach wie verblüffend. Bereits am Vortag hätte der JVA-Häftling zu einer zivilrichterlichen Sache ins Amtsgerichtsgebäude gebracht werden sollen. Auf dem Anfahrtsweg wurde das Dienstfahrzeug der Beamten am Kreisverkehr in einen Unfall verwickelt. Dabei erlitt der 38-Jährige Verletzungen und musste ins Klinikum. Von daher erfuhr die Richterin erst zu Verhandlungsbeginn: "Er liegt im Krankenhaus." Aufgeschoben, aber ist nicht aufgehoben. Es gibt einen neuen Termin. Bis dahin dürfte die Genesung des Häftlings soweit fortgeschritten sein, dass die Geschehnisse rings um die Mietberügereien geklärt werden können.

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