Schulsanitäter besuchen Klinikum und lernen dazu
„Gewitter im Gehirn“ für Anfänger

Anschauungsunterricht am lebenden Objekt - dafür ließ sich ein Schüler an das EEG anschließen. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich das Elektroenzephalogramm. Für die Untersuchung werden an Kopf und Körper Dioden angebracht, die die elektrische Aktivität des Gehirns messen. Bild: exb

Es kommt wie aus dem Nichts: Plötzlich zucken die Muskeln, der Körper krampft, dann kommt die Ohnmacht. So oder so ähnlich kann ein epileptischer Anfall aussehen. Er kann sich aber auch völlig anders äußern - je nach Art der Epilepsie: Manche Betroffene haben laut einer Mitteilung aus dem Klinikum Verhaltensstörungen, wieder andere scheinen während eines Anfalles wie weggetreten. Damit sie wissen, was im Ernstfall zu tun ist, haben 16 Schulsanitäter des Erasmus-Gymnasiums St. Marien besucht und eine kleine Neurologie-Fortbildung erhalten.

"Ich finde es super, dass ihr euch als Schulsanitäter engagiert", sagte Dr. Thorsten Heider, Oberarzt in der Klinik für Neurologie und fügte hinzu: "Oft ist für Laien bei medizinischen Notfällen die Hemmschwelle, zu helfen, sehr groß. Ihr seid gut vorbereitet und für den Notfall gerüstet - das ist sehr gut." In einem kurzen Vortrag gab es von Heider für die jungen Sanis viele wichtige Informationen rund um das Thema Schlaganfall. Ein weiterer wichtiger Bereich in der Neurologie: die Epilepsie. Was ist das? Welche Symptome gibt es? Wie kann ich Betroffenen helfen? Darüber klärte der Experte auf: "Bei der Epilepsie entladen sich viele Nerven gleichzeitig. Man spricht deshalb oft von einem Gewitter im Gehirn."

Normalerweise dauert ein epileptischer Anfall laut Heider höchstens ein paar Minuten und geht dann von selbst wieder vorbei. Deshalb ist es für Ersthelfer am Wichtigsten, den Betroffenen zu sichern "denn das Schlimme sind nicht die Krampfanfälle, sondern die Verletzungsgefahr, die dadurch entstehen kann."

Nach dem Vortrag ging es für die Nachwuchs-Sanitäter schließlich noch ins EEG-Labor. Dort wurde einer der Teilnehmer an das Elektroenzephalogramm (EEG) angeschlossen. Für die Untersuchung werden an Kopf und Körper Dioden angebracht, die die elektrische Aktivität des Gehirns messen. Eine solche Untersuchung dauert etwa eine halbe Stunde und ist komplett schmerzfrei. "Das EEG ist eine wichtige Untersuchung zur Diagnose von Epilepsie", ließ Heider dazu ergänzend wissen.
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