22.02.2018 - 15:56 Uhr

Sechs Amberger Gymnasiasten qualifizieren sich Jugend debattiert sich ins Landesfinale

Eine Grundlage der Demokratie sind gute Debatten. Einen Standpunkt zu vertreten, Argumente vorzutragen und Kritik zu akzeptieren, will gelernt sein. Beim Regionalentscheid Oberpfalz des Wettbewerbs "Jugend debattiert" stellen 24 Schüler ihr Können darin unter Beweis. Zu guter Letzt gibt es ein Amberger Finale.

Beim Regionalwettbewerb "Jugend debattiert" sind insgesamt 24 Schüler aus acht Gymnasien vertreten, darunter zwölf Amberger, zwei Weidener und zwei Sulzbach-Rosenberger.
von Mona-Isabelle Peter Kontakt Profil

In diesem Jahr richtete erstmals das Gregor-Mendel-Gymnasium den Regionalwettbewerb aus. Aus dem Schulverbund Oberpfalz/Nord - Mittelfranken/Ost entsandten am Mittwoch acht Gymnasien aus Lauf, Amberg, Sulzbach-Rosenberg, Weiden, Altdorf und Neumarkt ihre Sieger. Aufgeteilt in zwei Altersgruppen, diskutierten sie Pro und Contra aktueller Themen.

In der Eröffnungsrunde erhält jeder der vier Teilnehmer zwei Minuten Redezeit, in der er seine Position darlegt. Anschließend stehen zwölf Minuten für eine offene Diskussion zur Verfügung. Am Ende muss jeder Diskutant - unter Betrachtung aller vorgebrachten Argumente - die Streitfrage erneut beantworten. Die Juroren bewerten nach Sachkenntnis, Ausdruck, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.

Für das Finale der Mittelstufe qualifizierten sich Miriam Witt vom Gregor-Mendel- (GMG) und Katharina Wenkmann vom Max-Reger-Gymnasium (MRG) sowie Marvin Kaika und Till Kraus (beide aus Lauf). Vor der sechsköpfigen Jury diskutierten sie zum Thema "Soll Videoüberwachung auf Bahnhöfen mit automatisierter Gesichtserkennung ausgestattet werden?". Kraus und Wenkmann sprachen sich gegen die Maßnahme aus. Ihre Argumente bezogen sich vor allem auf die hohen Kosten und den starken Eingriff in die persönliche Freiheit. "Durch Software-Fehler können auch unbetroffene Personen erfasst werden und in der Verbrecherkartei landen", argumentierte Wenkmann. Kraus setzte sich dafür ein, das Geld für die technische Ausstattung besser in Personal zu investieren. Denn: "Menschen in Uniform wirken autoritärer." Witt und Kaika hielten dagegen und beriefen sich unter anderem auf das positive Ergebnis des Testprojektes am Berliner Südkreuz. "Durch die Gesichtserkennung können Verbrechen auch im Nachhinein noch aufgeklärt werden", sagte die 15-Jährige aus dem GMG. Mit ihren Argumenten überzeugte Katharina Witt die Jury. Auf dem zweiten Platz in der Wertung der Mittelstufenschüler landete Till Kraus.

Im Finale der Oberstufe standen sich vier Amberger gegenüber. Christoph Lösch (GMG) ging bereits 2017 als Mittelstufen-Sieger aus dem Finale des Regionalwettbewerbs hervor. In diesem Jahr reichte es nur für den zweiten Platz hinter Michael Matz vom MRG. Die beiden vertraten den Standpunkt, dass "Gewalttaten gegen kommunale Amts- und Mandatsträger härter bestraft werden" sollten. Nach vermehrten Angriffen auf Kommunalpolitiker schwinde das Interesse, ein solches Amt zu übernehmen, lautete die Argumentation von Matz. Dieses Interesse müsse wieder hergestellt werden. Darüber hinaus sagte er: "Es würde den Staat schwach dastehen lassen, wenn er nichts gegen solche Straftaten unternimmt."

Lea Eckert (MRG) und Adrian Schönwald (GMG) setzten auf den Gleichheitsgrundsatz und Präventionsmaßnahmen. "Wir dürfen die Politiker nicht über andere Menschen stellen", betonte Eckert. Sie erreichte nach der gut fünfstündigen Veranstaltung den dritten Platz, Schönwald den vierten.

Die vier besten Teilnehmer aus dem Regionalentscheid, Miriam Witt, Till Kraus, Michael Matz und Christoph Lösch, dürfen die Region Oberpfalz/Nord - Mittelfranken/Ost am Montag, 16. April, im Maximilianeum in München beim Landeswettbewerb vertreten. Für die Sieger des Landesentscheids folgt dann im Juni der Bundesentscheid in Berlin.

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