SkF gewinnt Förderverein des BR für Bau oder Kauf neuer Schutzwohnungen
Sternstunden für Frauen-Schutz

"Wir brauchen würdevolle Wohnungen für die Frauen. Und wir wollen dazu für ihre Kinder etwas schön herrichten." Zitat: Marianne Gutwein wünscht sich ein Objekt, in dem neben Appartements auch Rückzugs- oder Spielräume für Kinder zur Verfügung stehen

Die erste Sternstunde hat es schon gegeben. Indem der Förderverein des Bayerischen Rundfunks mit diesem prominenten Namen seine Unterstützung zugesagt hat. Er will den Bau oder Kauf neuer Schutzwohnungen für Frauen in Amberg großteils finanzieren. Dafür braucht es jetzt eine zweite Sternstunde: ein geeignetes Objekt oder Grundstück in Altstadtnähe.

Danach sucht der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) händeringend. Er besitzt und betreibt bereits ein Gebäude mit drei Schutzwohnungen in Amberg. Doch dieses Haus ist schwer in die Jahre gekommen. Es bräuchte eine derart große Generalsanierung, dass sich der Aufwand im Vergleich zu einem Neubau oder einer anderen Erwerbslösung kaum lohnt. Das sah auch der Sternstunden e.V. so, bei dem der SkF um Hilfe angefragt hatte.

Jansing persönlich vor Ort

Die kam heuer in Form des Vereinsgründers und Geschäftsführers Thomas Jansing, der sich nach Amberg aufmachte und das Projekt vor Ort anschaute. Darauf ist SkF-Vorsitzende Marianne Gutwein schon ein wenig stolz. Noch verblüffter war sie über die spontane Unterstützungszusage und Jansings Vorschlag, "größer zu denken". Der Sternstunden-Macher regte einen Neubau oder den Erwerb eines geeigneten Objekts an, das sich in entsprechender Lage zu Schutzwohnungen umbauen lässt. Danach streckt der SkF seit April intensiv "seine Fühler aus - in alle Richtungen", wie Gutwein sagt.

Wobei sie nicht verhehlt, dass zwischenzeitlich eine gewisse Ernüchterung eingetreten war. Weil erstens der Wohnungs- und Immobilienmarkt seit vergangenem Jahr sehr angespannt ist, und zweitens selbst städtische Unternehmen wie Gewerbe- und Stadtbau kaum passende Objekte in ihrem Portfolio haben. Laut Gutwein lassen sich Schutzwohnungen schlecht in größeren Immobilien unterbringen, die schon viele Mieter oder Publikumsverkehr haben. Schließlich gehe es um Sicherheit und Anonymität dieser Menschen und ihrer Situation - oft hätten die Frauen ihre Kinder dabei, die ebenso geschützt werden müssten.

Suche zäh und dringend

Doch nach etlichen Monaten vergeblicher Suche - auch per Anzeige in der Zeitung - hat der SkF nun zwei Angebote auf dem Tisch, die er näher prüfen will. Das eine ist ein Grundstück für einen eventuellen Neubau, das andere ein Haus, das entsprechend umgestaltet werden müsste. Beides will Marianne Gutwein Anfang nächsten Jahres Sternstunden und weiteren Sponsoren vorstellen, um möglichst bald zu einer Lösung zu kommen. Auch für weitere Angebote wäre sie dankbar, um den Geldgebern eben bestmögliche Vorschläge machen zu können. Denn trotz allgemeiner Zusagen muss es natürlich bald konkreter werden, und der SkF-Vorstand will nicht Gefahr laufen, die grundsätzliche Spendenbereitschaft durch lange Prozesse oder nicht gut passende Objekte aufs Spiel zu setzen. (Angemerkt/Seite 24 )

Wir brauchen würdevolle Wohnungen für die Frauen. Und wir wollen dazu für ihre Kinder etwas schön herrichten.Marianne Gutwein wünscht sich ein Objekt, in dem neben Appartements auch Rückzugs- oder Spielräume für Kinder zur Verfügung stehen


HintergrundGegenwärtig hat der SkF drei Schutzwohnungen in einem alten Gebäude, in dem sich die Bewohner Küche und Bad teilen müssen. Klar, dass der Verein im neuen Objekt davon wegkommen und jeweils abgeschlossene Appartements samt Küche und Bad mit etwa 30 Quadratmetern Fläche haben will - plus ein bis zwei Rückzugs- oder Spielräume für die oft mit aufgenommenen Kinder, die dort auch mal allein oder unter sich sein können, um das meist mit Erlebte verarbeiten zu können. Wenn künftig gar mehr Wohnplätze angeboten werden könnten, wäre der SkF froh, will aber eine Untersuchung der Staatsregierung zur nötigen Anzahl in den jeweiligen Städten und Kreisen abwarten. Sie soll Anfang 2017 vorliegen. (ath)
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