Spaßige Weihnachtsvorlesungmit Frankenstein und plattem Weihnachtsmann
OTH zum Schießen und Kringeln

"Ähnlichkeiten in der Natur" stellte Regelungstechniker Armin Wolfram dar.

Kurz vor Heiligabend hat es die OTH Amberg-Weiden noch mal krachen lassen. Mit einer "Massen-Schießübung" a là Wilhelm Tell im Siemens-Innovatorium, bei der es allerdings nicht knallte, sondern nur rauchte. Völlig ungefährlich bekamen etliche Studenten Plastikbecher vom Kopf geschossen - von Rauchkringeln, wie sie einst das HB-Männchen ausstieß.

Die kultige Zigarettenwerbung aus den 1970er-Jahren passt im Vergleich ganz gut zur spaßigen Weihnachtsvorlesung, die es am Freitag an der Ostbayerischen Technischen Hochschule gab. Denn auch die war zum Kringeln, wobei das reklametypische In-die-Luft-Gehen des HB-Männchens dem Rauch vorbehalten blieb. Es war Professor Dr. Matthias Mändl, der Leiter des Labors für Akustik und Schallanalyse, der diesen "Tell-Trick" vorführte und mit seinen Kollegen eine dicke Kanone gebaut hatte. Sie stieß Qualmkreise von gut 30 Zentimetern aus, wie sie selbst der mundfertigste Zigarettenraucher nicht produzieren könnte.

Nicht nur wegen dieser Größe, sondern auch wegen ihrer perfekten Form und der Weite, mit der sie quer durchs ganze Siemens-Innovatorium flogen, waren sie sehenswert. Und sie schafften es sogar, den Studenten selbst in den hinteren Reihen leere Plastikbecher vom Kopf zu stubsen. Wobei das nicht dem Rauch, sondern dem mit ihm verschossenen Luftstoß zu verdanken war. Natürlich lüftete Mändl am Ende dieses "Geheimnis" und stellte anschaulich dar, wie strömungstechnisch die innere Drehbewegung erhalten bleibt, um solch stabile Rauchkringel zu erzeugen.

Zwar mutete manche Vorführung von insgesamt fünf Professoren aus verschiedenen Fakultäten "geheimnisvoll" an - "um die Leute hinterm Ofen hervorzuholen" (Mändl), was mit einem vollen Hörsaal bestens gelang. Aber natürlich klärten alle über die wissenschaftlichen Zusammenhänge auf, so dass die Zuhörer bei der Weihnachtsvorlesung neben dem Spaß auch etwas lernten. Physik-Professor Robert Queitsch ging zum Beispiel ins 19. Jahrhundert zurück und erklärte, wie Autorin Mary Shelley schon 1818 in ihrem Roman "Frankenstein" darauf kam, mit Hochspannung ein aus Leichenteilen zusammengeflicktes Monster zum Leben erwecken zu können. Dazu brauchte er kein Ungeheuer, sondern nur einen eher einfachen Versuch zum Fachthema Influenz, bei dem aus Wasser und Strom hohe Spannung erzeugt werden kann.

Dennoch gab es eine Art Lebenserweckung. Prof. Dr. Tim Jüntgen aus dem Fachgebiet Kunststoffverarbeitungstechnik verpasste einem platten Weihnachtsmann per Additionsreaktion zweier chemischer Stoffe eine neue Schaumstofffüllung. Wie magisch pumpte sich der Bauch der Figur auf - wobei doch alles keine Magie war, sondern Wissenschaft, pfiffig präsentiert zum Ferienbeginn.
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